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Fußball

Kommentar: BVB zu klein für Lewandowski

Dass der Pole das Vertragsangebot der Borussia ausgeschlagen hat, ist ein Hinweis darauf, dass die Dortmunder noch keine internationale Topadresse sind, meint DW-Redakteur Tobias Oelmaier.

DW-Redakteuer Tobias Oelmaier (Bild: dw)

Samstag Nachmittag in Dortmund. Robert Lewandowski schießt seine Saisontore 15 und 16, ist der beste Mann auf dem Platz. Kritiker wie Journalisten bescheinigen ihm beim 3:1 gegen Hannover mal wieder eine Weltklasseleistung. Borussia Dortmund und Robert Lewandowki, das ist eine Kombi, die passt. Und trotzdem will der polnische Nationalstürmer seinen im Sommer 2014 auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Das hat er vor wenigen Tagen bekannt geben lassen. Lewandowski wird seit Wochen mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht. München soll wohl die nächste Sprosse auf der Karriereleiter des 24-Jährigen sein. Aber ist so ein Wechsel, ob er nun schon zum Saisonende oder erst ein Jahr später, wenn der Vertrag mit Dortmund ausläuft, zustande kommen sollte, tatsächlich eine Verbesserung?

Fakt ist, dass Borussia Dortmund in den vergangenen beiden Spielzeiten Deutscher Meister war, im letzten Sommer dazu Pokalsieger, dass man aktuell in der Tabelle auf Rang zwei liegt und in der Champions League gegen Amsterdam, Real Madrid und Manchester City gezeigt hat, dass man nicht nur mit den Großen in Europa mithalten, sondern sie auch schlagen kann. Und Robert Lewandowski hat zu diesen großen Erfolgen mit seinen Toren und seinem Einsatz wesentlich beigetragen. Also Teil eines jungen, hungrigen Teams mit einem jungen, hungrigen Trainer und einem leidenschaftlichen Publikum im Rücken. Keine Frage: Borussia Dortmund in dieser Konstellation hätte auch eine große Zukunft vor sich.

Sahin, Kagawa, Lewandowski - große Spieler zieht es in die Ferne

Und trotzdem will nun also Robert Lewandowski weg. Obwohl man ihm in Dortmund einen Vertrag zu stark verbesserten Konditionen angeboten hatte. Obwohl man von Seiten des Vereins kein Hehl daraus macht, dass man den Stürmer nur zu gerne halten würde. Lewandowski würde damit einen Weg gehen, den Nuri Sahin, der große Stratege des 2011er-Meisterteams vorausgegangen war, als er zu Real Madrid wechselte, und den auch Shinji Kagawa, der Wirbelwind in der 2012er-Erfolgssaison beschritt. Ihn zog es in die Premier League zu Manchester United.

Nun also Lewandowski. Was sagt uns das? Dass Profis für Zweimarkfünfzig mehr bereit sind, ein funtionierendes Gebilde zu verlassen? Dass die Spielerberater ein größeres Interesse am Wechsel ihrer Schützlinge haben als an einer Vertragsverlängerung? Oder dass Borussia Dortmund, allen jüngeren Erfolgen zum Trotz, in den Köpfen der Topstars immer noch nicht in der europäischen Elite angekommen ist? Der letzte Punkt dürfte wohl der ausschlaggebende sein. Wer die Wahl hat zwischen Real, ManU oder Bayern, der wird selten in Dortmund bleiben. Daran müssen die Verantwortlichen aber auch die Spieler bei der Borussia noch arbeiten. Denn erst dann, wenn ein Lewandowski nicht mehr weg will, sind die Dortmunder ein echtes Top-Team. Und da hilft wohl nur ein Triumph in der Champions League.