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Sport

Kommentar: Bitte nur die besten Schiedsrichter!

Die Männer an der Pfeife sorgen für zahlreiche Diskussionen rund um die ersten WM-Spiele. Das ist schade, denn Unparteiische, die Spiele entscheiden, braucht kein Turnier, meint DW-Sportreporter Thomas Klein.

Skandal! Betrug! Verschwörung! Die Weltmeisterschaft in Brasilien ist gerade einmal 69 Minute nalt. Schiedsrichter Yuichi Nishimura aus Japan zeigt deutlich und unmissverständlich auf den Elfmeterpunkt, ganz zum Missfallen der kroatischen Spieler. Nishimura hatte ein Foul an Brasiliens Stürmer Fred gesehen. Eine klare Fehlentscheidung! Neymar verwandelt den Strafstoß und Brasilien gewinnt am Ende das Eröffnungsspiel. Es bleibt ein bitterer Beigeschmack. Ein solcher Fehler darf einem FIFA-Schiedsrichter schlichtweg nicht passieren. Doch damit nicht genug. Am zweiten WM-Tag erkennt der Kolumbianer Wilmar Roldán bei der Partie zwischen Mexiko und Kamerun zwei Treffer der Südamerikaner nicht an. Dazu unterlaufen dem erfahrenen Italiener Nicola Rizzoli zwei Patzer bei der Begegnung zwischen Spanien und den Niederlanden. Fünf gravierende Fehlentscheidungen in den ersten drei Partien. Und das bei dem wichtigsten Turnier der Welt - Wahnsinn!

Unparteiische aus 43 Ländern

Insgesamt hat die FIFA 91 Schiedsrichter und Schiedsrichterassistenten aus 43 Ländern für die WM nominiert. Seit Februar "trainieren" die berufenen Referees ihre Kondition und studieren das Regelwerk. Einigen, allerdings den wenigsten fällt das nicht schwer, denn sie arbeiten regelmäßig in den Top-Ligen von Europa und Südamerika, kennen den modernen Fußball und sind mit den professionellen Bedingungen bestens vertraut. Auch erfahrenen Schiedsrichtern unterlaufen Fehler, wenn auch selten. Das ist menschlich und kann passieren.

Die FIFA könnte die Fehlerquote aber dadurch minimieren, indem sie weniger auf Spielleiter setzt, die aus kleineren Fußballnationen wie El Salvador, Gambia oder Bahrain kommen. Bei internationalen Partien sind die wenigsten bisher in Erscheinung getreten. Die meisten Spiele pfeifen sie in den jeweiligen nationalen Ligen. "Die Schiedsrichter sind eben halt zum Teil noch Amateure", erklärt der ehemalige WM-Referee Urs Meier. Aber warum arbeiten "Amateure" beim wichtigsten Fußball-Event des Jahres?

Nur noch die Besten zur WM!

Bei einer WM treten die besten Mannschaften der Welt gegeneinander an. Nur die Unparteiischen gehören eben nicht zu den besten ihrer Zunft. Leider. Aus sportpolitischen Gründen nominiert der Weltverband alle vier Jahre eben auch weniger bekannte Kollegen der europäischen Schiedsrichter-Elite. Ganz nach dem Motto: Die Besten aus allen Ecken der Welt, aber eben nicht die weltbesten! Das ist schade und führt zu unschönen und manchmal sogar spielentscheidenden Szenen - wie beim Eröffnungspiel. Die FIFA hat die Torlinientechnik eingeführt und es gibt Spezialspray, damit die gestellte Mauer bei einem Freistoß den exakten Abstand zum Ball beibehält. Die Hilfsmittel sind da, jetzt wird es höchste Zeit, dass auch nur noch die besten Schiedsrichter zu einer WM fahren dürfen!