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Aktuell Amerika

Kolumbiens Regierung und FARC einigen sich auf Minenräumung

Es ist ein mühsamer Weg zum Frieden in Kolumbien. Aber immer wieder gibt es bei den Verhandlungen zwischen der Regierung und der FARC-Guerilla in Havanna Fortschritte, die Hoffnung machen.

In dem seit gut fünf Jahrzehnten anhaltenden Konflikt zwischen Kolumbiens Regierung und den linken Rebellen der "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) hat es eine deutliche Annäherung gegeben: Beide Seiten einigten sich bei ihren Verhandlungen in der kubanischen Hauptstadt Havanna auf umfassende Minenräumungen in den von den Kämpfen betroffenen ländlichen Regionen des südamerikanischen Landes.

Die gemeinsame Aktion soll von der auf Minenräumung spezialisierten Nichtregierungsorganisation Norwegian People's Aid koordiniert werden. Nach Hinweisen der Rebellen auf die Lage der Minen werden Spezialisten der Streitkräfte die Sprengsätze entschärfen, sagte der Chefunterhändler der kolumbianischen Regierung, Ex-Vizepräsident Humberto de la Calle (auf dem Artikelbild am Rednerpult) in Havanna. De la Calle bezeichnete die Vereinbarung als einen "Riesenschritt in Richtung Frieden". FARC-Chefunterhändler Iván Márquez begrüßte die "humanitäre Verständigung". Lob für die Einigung kam auch von Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos aus Bogota.

Allein in den vergangenen 25 Jahren wurden nach Regierungsangaben über 11.000 Menschen Opfer von Landminen und Blindgängern, darunter rund 1100 Kinder.

Generäle sollen Waffenstillstand mit Guerilla aushandeln

Die seit November 2012 mit Unterbrechungen laufenden Gespräche in Havanna sollen den Konflikt zwischen der Regierung und der FARC-Guerilla nach mehr als 50 Jahren beenden. Bisher einigten sich die Verhandlungsparteien bei den Themen Landkonflikte, Drogenhandel und Eingliederung von Ex-Kämpfern ins Zivilleben. Schlüsselfragen wie die Entwaffnung der Rebellenmiliz sowie die Ratifizierung des künftigen Abkommens sind aber noch offen.

Die Verhandlungen in Havanna waren am Donnerstag wieder aufgenommen worden, erstmals saßen sich dabei auch ranghohe militärische Vertreter der Armee und der FARC gegenüber, um Möglichkeiten für eine Feuerpause auszuloten. Unter den fünf beteiligten Generälen sind die Kommandeure des Heeres, der Marine, der Luftwaffe und der Nationalpolizei.

Mehr als 50 Jahre Bürgerkrieg

Die FARC hatte im Dezember eine einseitige Waffenruhe verkündet. Die Regierung weigert sich aber bislang, ihre Militäraktionen gegen die Rebellen einzustellen. Präsident Santos erklärte, er werde einem beiderseitigen Waffenstillstand erst zustimmen, wenn ein Friedensabkommen vorliegt.

Der Konflikt zwischen linken Guerillagruppen wie der FARC, der politischen Führung des Landes, der Armee und rechtsextremen Paramilitärs entzündete sich in den 1960er Jahren an Landkonflikten und sozialer Ungerechtigkeit. Noch immer hat die FARC etwa 8000 Kämpferinnen und Kämpfer unter Waffen. Amtlichen Angaben zufolge wurden in dem längsten bewaffneten Konflikt Lateinamerikas etwa 220.000 Menschen getötet. Mehr als fünf Millionen weitere wurden in die Flucht getrieben.

qu/cw ( dpa, afp, APE, rtre)