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Aktuell Amerika

Kolumbiens Guerillas erklären Waffenruhe

Die Rebellen in Kolumbien wollen die Präsidentenwahl am 25. Mai nicht mit Kampfaktionen stören. Die rechte Opposition sieht darin eine Unterstützung für Amtsinhaber Santos.

Die zwei größten Guerillagruppen Kolumbiens wollen wegen der anstehenden Präsidentschaftswahl die Waffen vorübergehend ruhen lassen. Die einseitige Gefechtspause solle vom 20. bis 28. Mai gelten, erklärte ein Sprecher der marxistischen FARC-Guerilla in Kubas Hauptstadt Havanna. Dies sei so mit den Anführern der ebenfalls linksgerichteten ELN-Rebellen vereinbart worden.

Kolumbien hält am 25. Mai Präsidentenwahlen ab. Gut eine Woche vor der Abstimmung in dem südamerikanischen Land sagen Umfragen ein knappes Rennen um das höchste Staatsamt voraus.

Waffenruhe ja, aber kein Vertrauen in die Regierung

Viele Kolumbianer wünschten eine Waffenruhe, damit sie ohne Störungen wählen könnten, erklärten die Rebellen. Man nehme darauf Rücksicht, auch wenn die Aufständischen nicht an das kolumbianische "Wahlregime" glaubten, sagte FARC-Anführer Ivan Marquez (links im Artikelbild).

Der Oppositionskandidat Óscar Iván Zuluaga kritisierte dagegen die Ankündigung der Rebellen. Die Waffenruhe sei eine Verspottung des kolumbianischen Volkes, sagte der vom ehemaligen Staatschef Álvaro Uribe unterstützte Kandidat der rechten Centro Democrático. Die linke Kandidatin Clara López (Polo Democrático Alternativo) begrüßte dagegen die Maßnahme der Guerilla, die "etwas Ruhe" für die Wahlen bringe.

Zugeständnis oder Werbung für den Staatschef?

Mitarbeiter des Wahlkampfteams von Staatschef Juan Manuel Santos betonten, es handele sich nicht um ein Zugeständnis von FARC und ELN. Die Kolumbianer hätten das Recht, in Ruhe ihre Stimme abzugeben. Die Kandidatin der Konservativen Partei Marta Lucía Ramírez hatte erklärt, die Guerilla wolle die Waffenruhe nutzen, um für Präsident Santos und dessen Politik zu werben.

Die FARC und die ELN sind die größten Rebellengruppen Kolumbiens. Beide bekämpfen den Staat seit mehr als 50 Jahren. Die FARC-Rebellen verhandeln dessen ungeachtet aber über einen Friedensvertrag mit der Regierung von Präsident Juan Manuel Santos seit Oktober 2012.

Ort der Verhandlungen ist Kubas Hauptstadt Havanna. Bei der jüngsten Gesprächsrunde verständigten sich die Rebellen und die Regierung auch auf neue Strategien im Kampf gegen den Drogenanbau und -handel in dem Andenstaat.

haz/kle (dpa, rtr, ap)