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Politik

Kolumbiens FARC-Rebellen lassen vier weitere Geiseln frei

Die kolumbianischen FARC-Rebellen haben vier weitere Geiseln nach sechsjähriger Gefangenschaft freigelassen. Sie befinden sich in der Obhut des Roten Kreuzes. Der venezolanische Präsident Chávez trat als Vermittler auf.

Menschen schauen einem fliegenden Hubschrauber nach (27.02.2008, AP)

Rot-Kreuz-Hubschrauber auf dem Weg zum Rebellenstützpunkt

Nach mehr als sechs Jahren im Dschungel sind am Mittwoch (27.02.2008) vier Geiseln der kolumbianischen Guerillabewegung FARC freigekommen. Das Rote Kreuz teilte mit, alle vier seien nunmehr in der Obhut der Organisation. Zwei venezolanische Rot-Kreuz-Hubschrauber waren zuvor in die südkolumbianische Stadt San José del Guaviare geflogen, wie eine Sprecherin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) bestätigte. Das politisch neutrale IKRK überwachte die Aktion. Von San José del Guaviare flogen die Hubschrauber weiter zu einem unbekannten Ort, wo die Geiseln übergeben werden sollten.

Geiseln waren Abgeordnete des Parlaments

Menschen laufen vor einem Propellerflugzeug auf einem Flugfeld (27.02.2008, AP)

Die Übergabe: Flughafen San José del Guaviare

Die vier Freigelassenen sind frühere kolumbianische Abgeordnete und gehören zu einer Gruppe von 43 Verschleppten, die 2002 in Geiselhaft gerieten. Den Angaben des Roten Kreuzes vom Dienstag zufolge handelt sich um Gloria Polanco, Luis Eladio Perez, Orlando Beltran und Jorge Gechem, die zum Teil erkrankt sind. Die kolumbianische Regierung habe dem Roten Kreuz Sicherheitsgarantien gegeben, erklärte IKRK-Sprecherin Barbara Hintermann. Auch der venezolanische Justizminister Ramón Rodriguez Chacin befand sich an Bord des Hubschraubers, um die Geiseln in Empfang zu nehmen.

Bereits am 10. Januar waren zwei Frauen nach sechs Jahren Geiselhaft freigekommen, Clara Rojas und die ehemalige Parlamentsabgeordnete Consuelo González. Die Freilassung wurde vom venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez vermittelt. Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) wollen mehr als 40 Geiseln, darunter die ehemalige kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt, gegen hunderte inhaftierte Kämpfer austauschen.

Der Plan der Freilassung sah Medienberichten zufolge vor, dass die beiden Hubschrauber nach der Übergabe der Geiseln nach Venezuela zurückfliegen sollten. Dort warteten bereits Angehörige auf die jahrelang festgehaltenen Politiker.

Kolumbianische Regierung demonstriert Stärke

Kurz vor dem Beginn der Aktion hatte die kolumbianische Polizei die Festnahme eines ranghohen FARC-Kommandeurs bekanntgegeben. Helí Mejía, alias "Martín Sombra", sei den Beamten in der im Zentrum des Landes gelegenen Provinz Boyacá ins Netz gegangen, berichteten nationale Medien unter Berufung auf den Chef der Polizei, General Óscar Naranjo. Die entscheidenden Hinweise seien von Informanten gekommen, denen eine Belohnung von insgesamt umgerechnet 600.000 Euro gezahlt worden sei.

Mejía habe FARC praktisch seit deren Gründung 1964 angehört und war zuletzt Mitglied des obersten Führungsstabes der größten Rebellengruppe des Landes. Bei Kämpfen mit FARC-Einheiten seien in verschiedenen Landesteilen zudem insgesamt fünf Rebellen getötet worden, hieß es weiter. (vem)

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