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Amerika

Kolumbiens ELN-Guerilla lässt Politiker frei

Zehn Monate war der kolumbianische Politiker Odín Sánchez in der Gewalt der ELN. Mit der Freilassung hat die Guerillaoraganisation den Weg für Friedensgespräche mit der Regierung geebnet.

Nach zehn Monaten in der Gewalt der Rebellen wurde der ehemalige Abgeordnete Odín Sánchez im westlichen Departement Chocó an eine Kommission des Internationalen Roten Kreuzes übergeben, wie lokale Medien berichteten.

"Wir haben unser Wort gehalten und Odín übergeben", meldete die Guerillaorganisation über den Nachrichtendienst Twitter. Die Regierung hatte die Freilassung von Sánchez stets zur Bedingung für Friedensgespräche gemacht. Der offizielle Beginn der Verhandlungen war wegen des Streits über die Gefangenen mehrfach verschoben worden. Sie sollen am kommenden Dienstag in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito beginnen.

Immer wieder Entführungen

Sánchez leidet nach eigenen Angaben unter gesundheitlichen Problemen. Mental gehe es ihm aber gut, sagte der 62-Jährige wenige Stunden vor seiner Freilassung dem Sender "Caracol". Seine Familie bezahlte laut Medienberichten Lösegeld.

Mitte Januar hatten sich Regierung und ELN-Rebellen nach monatelangen Sondierungsgesprächen auf offizielle Friedensverhandlungen verständigt. Neben Ecuador werden auch Venezuela, Norwegen, Brasilien, Chile und Kuba als Garantiemächte fungieren. Trotz der Einigung kommt es immer wieder zu Entführungen. So haben die Rebellen in der vergangenen Woche einen Soldaten verschleppt. Der Chef der Regierungsdelegation, Juan Camilo Restrepo, sprach von einer feindseligen Geste.

Frieden mit der FARC, Verhandlungen mit der ELN

Mit der FARC-Guerilla hat die Regierung bereits einen Friedensvertrag geschlossen, der im Dezember in Kraft trat. Derzeit finden sich die FARC-Kämpfer in den Schutzzonen ein, in denen sie ihre Waffen unter UN-Aufsicht abgeben sollen.

Der Bürgerkrieg zwischen der Regierung, mehreren Guerillagruppen und paramilitärischen Todesschwadronen hatte sich in den 60er Jahren an Landkonflikten und sozialer Ungerechtigkeit entzündet. Seither wurden etwa 340.000 Menschen getötet, mindestens sieben Millionen Kolumbianer wurden vertrieben.

cr/pab (dpa, epd)