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Amerika

Kolumbien will Milliardenschatz gefunden haben

Präsident Juan Manuel Santos spricht vom wertvollsten Fund der Menschheitsgeschichte: Die Rede ist vom Wrack des Segelschiffs "San José", das vor mehr als 300 Jahren sank - und nun offenbar entdeckt wurde.

Bilder von Unterwasseraufnahmen der San Jose (Foto: dpa)

Schätze auf dem Meeresgrund: Mindestens eine Milliarde Dollar soll die Ladung der "San José" heute wert sein

Der Bürgermeister von Cartagena, Dionisio Vélez, nannte den Fund "ein beispielloses Ereignis für das Land". "Das ist der wertvollste Schatz, der in der Geschichte der Menschheit gefunden wurde", sagte Präsident Juan Manuel Santos. Beide meinten dasselbe: das Wrack der vor 307 Jahren gesunkenen spanischen Galeone "San José". Sie soll einen riesigen Schatz an Bord gehabt haben, angeblich einen der größten, der jemals auf hoher See verschollen ging. Gold- und Silbermünzen, Edelsteine, Schmuck und andere Wertgegenstände, mindestens eine Milliarde Dollar sei die Ladung heute wert, erklärte Santos bei einer Pressekonferenz in Cartagena, wo er auch das folgende Video vorstellte.

Das Segelschiff war das Hauptschiff einer Flotte, die im Auftrag des spanischen Königs Philipp V. Gold, Silber und andere Wertsachen aus den Kolonien in Amerika über den Atlantik bringen sollte. Es sank 1708 in einer Schlacht gegen britische Schiffe, die es auf die Ladung abgesehen hatten. Nur wenige der 600 Besatzungsmitglieder überlebten.

Jahrzehntelang hatten Schatzsucher vergeblich nach dem Schiff gesucht. Das internationale Expertenteam, das schließlich in der Nähe der Hafenstadt Cartagena an der kolumbianischen Karibikküste Erfolg hatte, erforschte die Winde und Strömungen, die vor 307 Jahren in der Region geherrscht hatten und suchte in spanischen und kolumbianischen Archiven nach Hinweisen. Santos sagte, das Wrack sei am 27. November an einer Stelle gefunden worden, an der es zuvor nicht vermutet worden war. Dabei seien auf dem Meeresgrund auch mindestens fünf weitere Schiffswracks entdeckt worden.

Ein Wissenschaftler zeigt auf eine Tafel (Foto: dpa)

Forscher Ernesto Montenegro: "Keinen Zweifel an der Identität des Schiffwracks."

Die beteiligten Experten berichteten, sie hätten das auf der Seite liegende Wrack der "San José" aufgrund seiner einzigartigen Bronzekanonen mit eingravierten Delfinen erkannt sowie an seiner Ladung. Es gebe keinen Zweifel an der Identität des Schiffwracks, sagte Ernesto Montenegro, Leiter des Kolumbianischen Instituts für Anthropologie und Geschichte.

Nach Angaben des Anthropologen Fabian Sanabria könnten noch bis zu 1000 Schiffswracks vor der Karibikküste Kolumbiens auf dem Meeresgrund schlummern - aber nur sechs bis zehn von ihnen hätten Schätze an Bord. Am bedeutendsten sei der Fund der "San José", sagte Sanabria.

bor/qu (afp)