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Lateinamerika

Kolumbien verkündet Friedensgespräche mit ELN-Guerilla

Nach der FARC jetzt die ELN: Die letzten Hürden scheinen beseitigt. Nach mehrtägigen Vorverhandlungen wollen die kolumbianische Regierung und die ELN-Guerilla nun ebenfalls offizielle Friedensgespräche aufnehmen.

Eine entsprechende beiderseitige Vereinbarung sei getroffen worden, sagte Santos während einer Pressekonferenz auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Auch bei der geforderten Freilassung des von der ELN-Guerilla verschleppten ehemaligen Abgeordneten Odin Sanchez sei eine Einigung erzielt worden, sagte Santos. Ziel der Vereinbarung sei ein "umfassender Frieden".

Schweiz WEF in Davos Juan Manuel Santos (Reuters/R. Sprich)

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos kündigte Präsident Santos die Verhandlungsaufnahme an

Den Beginn von Friedensgesprächen mit der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) hatte Santos Ende Oktober im letzten Augenblick verschoben. Er verlangte, dass die Rebellen den ehemaligen Abgeordneten Odin Sanchez zunächst freilassen. Dieser hatte sich im April vergangenen Jahres gegen seinen von der ELN verschleppten Bruder Patrocinio austauschen lassen. Die ELN-Guerilla forderte ihrerseits die Begnadigung von zwei inhaftierten Rebellenkämpfern.

Delegationen beider Seiten in Ecuador erklärten bei einer Pressekonferenz, die ELN werde Sanchez freilassen. Im Gegenzug sollen die beiden Guerillamitglieder begnadigt werden. Als Starttermin für die Friedensgespräche nannte der ecuadorianische Regierungsvertreter Juan Meriguet den 7. Februar, Verhandlungsort ist Ecuadors Hauptstadt Quito.

Sechs-Punkte-Agenda

ELN-Kommandeur Pablo Beltrán erklärte im Kurzmitteillungsdienst Twitter, die erzielte Vereinbarung "erlaubt es uns, eine Sechs-Punkte-Agenda einzuleiten, die eine Beilegung des bewaffneten Konflikts zum Ziel hat und die Bedingungen für den notwendigen Umbau in Würde der Gesellschaft und der kolumbianischen Nation schafft". Beide Seiten hatten seit vergangenem Freitag an geheimem Ort in Ecuador nahe der kolumbianischen Grenze verhandelt.

Nach Schätzungen der kolumbianischen Behörden verfügt die ELN über eine Truppenstärke von 2500 Männern und Frauen und ist überwiegend im Osten des Landes aktiv. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gehen fast 7000 Morde, ebenso viele Entführungen, 3000 Fälle von Landvertreibung und etwa 1000 Zwangsrekrutierungen auf das Konto der marxistischen Gruppe. Sie wird zugleich für schwere Umweltzerstörungen durch mehr als 1.300 Anschläge auf Öl-Pipelines verantwortlich gemacht.

Linke Rebellenbewegungen

Die ELN wurde 1964 von Studenten, radikalen Befreiungstheologen und linken Intellektuellen aus Protest gegen die Armut der Kleinbauern gegründet. Sie ist nach der ebenfalls linksgerichteten FARC die zweitgrößte Rebellenbewegung des Landes. Mit der FARC konnte die Santos-Regierung nach vierjährigen Verhandlungen ein Friedensabkommen unterzeichnen. Dafür erhielt Präsident Juan Manuel Santos den Friedensnobelpreis.

rk/qu (afp, kna)