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Aktuell Amerika

Kolumbien setzt Friedensgespräche mit FARC fort

In den vergangenen Tagen ist der Konflikt zwischen dem kolumbianischen Militär und der FARC-Guerilla wieder eskaliert. Doch trotz dieser Rückschritte wollen beide Seiten weiterverhandeln.

FARC-Vertreter Pablo Catatumbo bei einer Pressekonferenz in Havanna (Foto: DPA)

FARC-Vertreter Pablo Catatumbo bei einer Pressekonferenz in Havanna

37 Rebellen und ein Polizist wurden seit Donnerstag bei gegenseitigen Angriffen getötet. Nachdem die FARC angekündigt hatte, ihren seit Dezember geltenden Waffenstillstand zu beenden, bombardierte die kolumbianische Armee am Samstag Stellungen der Guerilla im Bundesstaat Antioquia. Allein bei diesem Angriff kamen Medienberichten zufolge zwölf FARC-Mitglieder ums Leben.

Für die seit Ende 2012 laufenden Friedensgespräche zwischen der kolumbianischen Regierung und der marxistischen Guerilla seien die vergangenen Tage ein großer Rückschritt gewesen, erklärte FARC-Anführer Pablo Catatumbo. Es sei "offensichtlich, dass es keinen Frieden geben wird, wenn der Konflikt angeheizt wird", warnte er.

Gespräche gehen weiter

Dennoch zeigten sich beide Seiten an einer friedlichen Lösung des Konflikts interessiert und setzten ihre Verhandlungen in der kubanischen Hauptstadt Havanna fort. Die Gespräche stehen unter der Schirmherrschaft von Norwegen und Kuba und werden zudem von Chile und Venezuela begleitet. Die kolumbianische Außenministerin Maria Angela Holguin wird nach eigenen Angaben künftig die Regierungsdelegation bei den Friedensverhandlungen unterstützen. Bislang wurden mehrere Kapitel erfolgreich abgeschlossen, in Kernfragen gelang aber bislang keine Einigung.

Papst Franziskus zeigt Interesse

Die laufenden Friedensverhandlungen werden auch Thema sein, wenn sich Mitte Juni der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos und Papst Franziskus zu einer privaten Unterredung im Vatikan treffen. Bei dem Gespräch soll es nach Regierungsangaben aber auch um den für 2016 vorgesehenen Papstbesuch in Kolumbien gehen.

Die FARC ist mit rund 9200 Kämpfern die größte Guerillagruppe Südamerikas. Seit mittlerweile 50 Jahren kämpft sie gegen die kolumbianische Armee und rechtsextreme Paramilitärs. Dabei sieht sich die FARC als Vertreter sozial benachteiligter Bevölkerungsschichten. Dem Konflikt sind mehr als 220.000 Menschen zum Opfer gefallen. Millionen wurden aus ihren Dörfern vertrieben.

djo/stu (afp, dpa, epd, kna)