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Lateinamerika

Kolumbien: Bewerbungsstart für investigativen Journalistenpreis

Zum dritten Mal vergeben DW Akademie und Universidad del Norte aus Barranquilla den Medienpreis ¡Investiga!. Ausgezeichnet werden investigative Arbeiten von Journalisten aus Kolumbien.

"Paz, Conflicto y Región", ("Frieden, Konflikt und Region") ist das Thema der diesjährigen Ausgabe von ¡Investiga!. Gesucht werden Beiträge, die sich den sozialen und politischen Aspekten des Konflikts in Kolumbien widmen - wichtig dabei ist der regionale Bezug. Der Friedensprozess, der sogenannte Postkonflikt ( postconflicto), Konfliktaufarbeitung, Vertreibung, Binnenmigration und der Umgang mit Minderheiten, all das sind mögliche thematische Schwerpunkte. Kolumbianische Journalisten können sich ab sofort bis zum 30. September über das Onlineportal von ¡Investiga! bewerben.

Der Medienpreis prämiert journalistische Arbeiten und Initiativen, die sich durch hervorragende Recherche, eine investigative Herangehensweise sowie eine kreative multimediale Umsetzung auszeichnen. Gegründet 2012 von DW Akademie und Universidad del Norte (Barranquilla) wird das Projekt in diesem Jahr erstmalig durch das renommierte Journalistennetzwerk Consejo de Redacción (CdR), einer unabhängigen Journalistenvereinigung aus Bogotá unterstützt. Die Preisverleihung wird im November in Barranquilla stattfinden.

Kundgebung Kolumbien

Klartext braucht viel Mut in Kolumbien

"Journalisten, die in Kolumbien investigativ arbeiten und über sensible Themen berichten, sind vielen Gefahren ausgesetzt", sagt Rodrigo Villarzú, Leiter des Bereichs Lateinamerika der DW Akademie. "Mit dem Preis ¡Investiga! wollen wir den Mut und das Engagement solcher Journalisten würdigen, die nicht vor Bedrohung zurückschrecken. Denn eine solide journalistische Kultur ist grundlegend für die Nachhaltigkeit des Friedensprozesses in Kolumbien." In der Jury sind neben Villarzú auch Peter Burghardt, Korrespondent der Süddeutschen Zeitung in Buenos Aires, die kolumbianische Investigativjournalistin Olga Behar sowie Jesús Arroyave, Leiter des Institut für Kommunikation und Journalistik an der Universidad del Norte, vertreten.

Eine Tradition wiederbeleben

In den 80er Jahren erlebte investigativer Journalismus in Kolumbien eine Blütezeit – damals bildeten sich in vielen Redaktionen Gruppen von Journalisten, die durch gemeinsame Recherchen Korruptionsfälle in Politik, Verwaltung und Privatwirtschaft aufdeckten. Die Enthüllungen stießen allerdings auf wenig Gegenliebe und der Druck auf investigative Redakteure wurde immens. Mit der Verbreitung organisierter Kriminalität und mafiöser Strukturen nahmen immer mehr Journalisten Abstand von kritischer Berichterstattung - aus Angst vor Gewalt und Bedrohung.

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Die Landbevölkerung leidet am meisten unter dem Konflikt - wie hier in der Region Cauca

In den vergangenen Jahren habe es jedoch deutliche Zeichen eines Wandels gegeben, meint Vera Möller-Holtkamp, ¡Investiga!- Projektmanagerin der DW Akademie. "Der investigative Journalismus erfährt derzeit einen Aufschwung in Kolumbien. Datenjournalismus, neue Recherchemöglichkeiten und innovative Formate im Internet beflügeln diese Entwicklung. ¡Investiga! will diese Bewegung weiter fördern."

Der kolumbianische Journalistenpreis ¡Investiga! wurde 2012 zum ersten Mal vergeben. Ziel dieser Initiative von DW Akademie und Universidad del Norte war, Lokaljournalisten im Norden Kolumbiens Mut zu machen, sich umfassend mit politischen und sozialen Themen auseinander zu setzen und tiefgründig zu recherchieren. Bei der zweiten Auflage im vergangenen Jahr wurde der Preis erstmalig landesweit ausgeschrieben. In diesem Jahr erfährt ¡Investiga! zum ersten Mal Unterstützung durch Consejo de Redacción.

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