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Lateinamerika

Kolumbien: Beratung für TV-Sender

Es waren drei reiseintensive Wochen für Matthias Kopp. Sein Auftrag, die Beratung von staatlichen und lokalen TV-Sendern, führte den Projektmanager der DW Akademie quer durch Kolumbien.

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Erste Station: Bogota. "Dort haben wir das Programm und die Organisationsstruktur von zwei staatlichen Kanälen analysiert", berichtet Matthias Kopp. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für eine weitere Beratung durch die DW Akademie dienen. "Wir werden bei diesen Sendern in Zukunft Nachrichten und Infoprogramme unterstützen", hofft Kopp. "Wenn es die politische Situation zulässt".


Seit über 40 Jahren sind Politik und Gesellschaft Kolumbiens geprägt durch einen internen bewaffneten Konflikt, der zahllose Menschenleben gekostet und etwa drei Millionen Kolumbianer zu Binnenvertriebenen gemacht hat. Zwar gibt es keine staatliche Zensur, doch kaum ein Journalist möchte sich und seine Familie unnötigen Risiken aussetzen. Und so gibt es im Fernsehen kaum Sendungen, die das Handeln der Politiker kritisch hinterfragen. Besonders die Mitarbeiter kleiner lokaler Medien sind dem Druck mächtiger Interessengruppen unmittelbar ausgesetzt. 2011 stehen in Kolumbien Präsidentschaftswahlen an - vielleicht eine Chance auch für die Medien des Landes. "Wenn sich die Möglichkeit bietet, dann werden wir sie nutzen", betont Kopp.


Der zweite Teil seiner Reise führte ihn in die Provinz Casanare. Sein Auftrag dort: die Beratung von Lokalsendern. Der Bedarf, so Kopp, sei hoch. Rund 1.000 Kleinstsender gebe es in Kolumbien. Laut Gesetz sind diese Televisiones Communitaras aufgestellt wie Non-Profit-Organisationen - den meisten fehle dementsprechend das Geld, um gute Journalisten bezahlen zu können. "Es sind zumeist begeisterte junge Leute, die dort arbeiten, überwiegend müssen sie aber improvisieren, um überhaupt etwas senden zu können", berichtet Kopp.


01.2010 DW-AKADEMIE Medienentwicklung Lateinamerika Kolumbien Beratung Lokalfernsehen 2009 2

Die DW Akademie ist seit vielen Jahren in Kolumbien tätig, in Zukunft sollen von den Beratungen und Trainings noch mehr Sender profitieren können. Beispielsweise, indem vor Ort lokale Journalisten zu Trainern ausgebildet werden, um ihr neu erworbenes Wissen an Kollegen weitergeben zu können. Außerdem unterstützt die DW Akademie in Montería ein Netzwerk von sechs Lokalsendern. "Sie können jetzt über eine Internetplattform Beiträge austauschen." Wer ein Stück bereitstellt, darf sich selbst fünf herunterladen. Kopp geht davon aus, dass das die Sender stark entlastet. "Sie werden so in Zukunft deutlich mehr Zeit haben, sich um die Qualität der Beiträge kümmern zu können."