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Politik

Kolumbianischer Rebellen-Vize bei Luftangriff getötet

Die Nummer zwei der kolumbianischen Guerillagruppe FARC, Raul Reyes, ist bei einem Luftangriff der kolumbianischen Streitkräfte getötet worden. Die Nachbarstaaten Venezuela und Ecuador reagierten erbost

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Raul Reyes

Der kolumbianische Verteidigungsminister Juan Manuel Santos hat am Samstag (01.03.2008) den Tod der Nummer Zwei in der Hierarchie der FARC-Rebellen, Raúl Reyes, bestätigt. Reyes sei bei einem kombinierten Luft- und Bodenangriff 1800 Meter weit in Ecuadors Territorium zusammen mit 16 weiteren Rebellen getötet worden. Die Leichen seien von den kolumbianischen Streitkräften sichergestellt worden.

Schwerer Schlag für die Rebellengruppe

Der Tod des Rebellenführers ist der folgenschwerste Schlag gegen die linksgerichtete Guerillatruppe seit dem Amtsantritt von Präsident Alvaro Uribe 2002, der sich ihre Bekämpfung zum Ziel gemacht hatte. Reyes verfasste die Erklärungen der Gruppe, traf sich mehrfach mit Journalisten und galt als aussichtsreicher Nachfolger für die Führung der FARC (Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens). Mit bürgerlichem Namen hieß der 59-Jährige Luis Edgar Devia Silva. Das US-Außenministerium hatte für Informationen, die zur Ergreifung von Reyes und von fünf weiteren Rebellen führen, eine Belohnung von fünf Millionen Dollar (3,3 Millionen Euro) ausgesetzt.

Correa droht mit "schlimmsten Konsequenzen"

Der grenzüberschreitende Einsatz der kolumbianischen Armee in Ecuador hat erboste Reaktionen bei den Nachbarstaaten ausgelöst. Ecuadors Präsident Rafael Correa rief seinen Botschafter aus Bogotá zurück und drohte mit "schlimmsten Konsequenzen". Venezuelas Staatschef Hugo Chávez warnte, ein Eindringen kolumbianischer Truppen in sein Land wäre ein Kriegsfall.

Das ecuadorianische Außenministerium teilte mit, es habe in Bogotá förmlich gegen das Eindringen der Truppen des Nachbarlandes protestiert. Correa rief seinen Botschafter aus der kolumbianischen Hauptstadt zu Konsultationen zurück. Der Angriff könne zu "schlimmsten Konsequenzen" führen, weil die kolumbianische Führung sie belogen habe. Uribe habe versichert, es habe sich um eine Verfolgungsjagd nach einem Angriff der FARC-Rebellen gehandelt. Eine Überprüfung habe jedoch ergeben, dass die Rebellen im Schlaf überrascht und bombardiert worden seien. Correa sprach von einem "Massaker".

Chávez warnte Uribe vor ähnlichen Aktionen auf venezolanischem Territorium. "Präsident Uribe, denken Sie gut darüber nach. Denken Sie nicht daran, das auf unserem Land zu tun, denn das wäre ein "casus belli", ein Kriegsfall", sagte der venezolanische Staatschef in einer ersten Reaktion. Das Vorgehen der kolumbianischen Truppen sei "beunruhigend". Chávez hatte in der Geiselkrise bereits zwischen Kolumbien und der FARC vermittelt, sich dabei aber nachhaltig mit Uribe überworfen.

Bis zu 100 Geiseln in Gewalt der Rebellen

Die FARC (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) ist mit rund 17.000 Mitgliedern die größte Rebellenorganisation des südamerikanischen Landes. Sie hält zwischen 700 und 1000 Geiseln fest und macht damit Druck auf die Regierung.

Die bekannteste Geisel der marxistischen Gruppierung ist die franko-kolumbianische Grünen-Politikerin Ingrid Betancourt, die während ihres Präsidentschaftswahlkampfes im Februar 2002 von der FARC verschleppt wurde und der es nach Angaben inzwischen freigelassener Ex-Geiseln sehr schlecht gehen soll. (stl)

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