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Amerika

Kolumbianischer Gouverneur ermordet

Der kolumbianische Gouverneur Luis Francisco Cuéllar ist tot aufgefunden worden. Präsident Alvaro Uribe machte die FARC-Guerilla für die Tat verantwortlich. In Kolumbien droht nun eine neue Eskalation der Gewalt.

Luis Francisco Cuéllar (Foto: caqueta.gov.co)

Entführt und ermordet: Luis Francisco Cuellar

Der Kampf zwischen der kolumbianischen Regierung und den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) verschärft sich wieder: Luis Francisco Cuéllar ist seit Jahren der erste Politiker in herausragender Position, der von mutmaßlichen Rebellen der FARC-Guerilla ermordet wurde. Nachdem es der kolumbianischen Armee - dank amerikanischer Unterstützung - in der Vergangenheit gelungen war, hochrangige FARC-Rebellen zu töten, sinnen die Guerilla-Kämpfer nun offensichtlich auf Rache.

Guerillas der marxistischen Rebellenorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (Archivfoto: dpa)

Rebellen der "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) sollen Cuellar getötet haben

Die Ermordung von Luis Francisco Cuéllar, Gouverneur des südlichen Departamento Caquetá, zeugte von besonderer Brutalität. Die feigen Kidnapper hätten Cuéllar die Kehle durchgeschnitten, sagte Präsident Uribe mit Blick auf die FARC-Guerilla in einer Fernsehansprache. Außerdem wies die in der Nähe der Provinz-Hauptstadt Florencia gefundene Leiche des Gouverneurs nach Medienberichten zahlreiche Schusswunden auf.

"Filmreife" Entführung in falschen Uniformen

Cuéllar war am Montag von einem schwer bewaffneten Kommando verschleppt worden. Die Tat erinnerte an an frühere Überfälle der linken FARC-Rebellen: Die Enführer fuhren getarnt in Uniformen einer Sondereinheit der Streitkräfte vor dem Haus des Gouverneurs in Florencia vor, sprengten die Eingangstür, erschossen einen der Leibwächter Cuéllars und kidnappten den kolumbianischen Politiker.

Kolumbianische Sicherheitskräfte vor dem Haus des entführten Gouverneurs Cuéllar (Foto: AP)

Sicherheitskräfte vor dem Haus des entführten Gouverneurs

Cuéllar habe allem Anschein nach Schwierigkeiten gehabt, mit seinen Entführern Schritt zu halten und sei womöglich deshalb ermordet worden, sagte Caquetás Interimsgouverneurin Olga Patricia Vega. Der Gouverneur wurde am Tag seiner Ermordung 69 Jahre alt. Laut Vega war Cuéllar bereits viermal von der FARC entführt worden, bevor er Gouverneur wurde.

Die Regierung hatte nach der Entführung eine groß angelegte Suchaktion angeordnet, um den Gouverneur zu finden. Mehr als 2000 Soldaten und Polizisten durchkämmten das Dschungel-Hochland. Die Terroristen hätten Cuéllar offenbar getötet, um einem Feuergefecht mit den Sicherheitskräften zu entgehen, erklärte die Regierung.

Keine Verhandlungen mit Rebellen

Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe (Foto: AP)

Kolumbiens Präsident Uribe verurteilte die Tat

Die FARC-Guerilla ist die bedeutendste Rebellenorganisation Kolumbiens und liefert sich seit 1964 Kämpfe mit der kolumbianischen Regierung. Der Gruppe, die sich selbst als marxistisch definiert, gehören nach verschiedenen Angaben bis zu 10.000 Kämpfer an. Die FARC hält etliche Geiseln in ihrer Gewalt, darunter auch Politiker.

Bei seinem Amtsantritt im Jahr 2002 hatte Präsident Uribe den Rebellen den Kampf angesagt und eine "sichere Demokratie" in Kolumbien versprochen. Er weigert sich, mit den Rebellen zu verhandeln, die die Freilassung von 500 inhaftierten FARC-Mitgliedern im Austausch für ihre Geiseln verlangen. Im vergangenen Jahr war die frühere kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt nach sechsjähriger Geiselhaft freigekommen.

Autor: Joscha Weber (afp, ap, dpa)

Redaktion: Christian Walz