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Aktuell Amerika

Kolumbianische Polizei fasst wichtigen Guerilla-Führer

In Kolumbien ist der Polizei ein Kommandeur der Guerilla-Organisation ELN ins Netz gegangen. Die Regierung führt Friedensverhandlungen mit der Gruppe, ein Waffenstillstand kam jedoch noch nicht zustande.

Kolumbien National Liberation Army (ELN) (Getty Images/AFP/D. Martinez)

Zwei Kämpfer der ELN (Archivbild)

Der Mann, den alle nur "Mateo" nennen, sei nahe der Großstadt Medillin festgenommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Sein Auftrag sei es gewesen, die Guerillaaktivitäten der linksgerichteten Nationalen Befreiungsarmee ELN in der zentral gelegenen Provinz Tolima neu zu beleben. "Mateo" werden versuchter Mord, unerlaubter Waffenbesitz und Diebstahl vorgeworfen. Er soll seit zwölf Jahren für die ELN aktiv gewesen sein.

Nachdem die größte Guerillaorganisation FARC ihre Waffen bereits niedergelegt hat, verhandelt derzeit auch die ELN mit der Regierung über ein Friedensabkommen. Bislang gilt allerdings noch kein Waffenstillstand. Die Guerillaorganisation, die rund 1500 Kämpfer unter Waffen haben soll, hatte ihre Angriffe zuletzt sogar intensiviert.

Amnestie für FARC-Kämpfer

Unterdessen hat sich das Verhältnis zwischen Regierung und FARC weiter normalisiert. Seit der Verabschiedung des Amnestiegesetzes Ende Dezember sei die rechtliche Situation von insgesamt 7400 Rebellen geklärt worden, sagte Justizminister Enrique Gil Botero. Die Amnestie kann per Dekret oder auf juristischem Weg ausgesprochen werden.

Ausgenommen sind besonders schwere Delikte wie Kriegsverbrechen, Völkermord und Vergewaltigungen. Erst am Montag hatte die kolumbianische Regierung per Dekret mehr als 3000 Kämpfern ihre Strafen erlassen.

Kritik an Umsetzung

Einigen der noch inhaftierten FARC-Mitglieder geht der Vorgang allerdings nicht schnell genug. Mit einem Hungerstreik protestieren rund 1400 Gefängnisinsassen seit mehr als zwei Wochen gegen Verzögerungen bei der Umsetzung des Gesetzes. FARC-Kommandant Jesus Santrich hatte der Regierung fehlenden politischen Willen vorgeworfen.

Im Dezember unterzeichneten die Regierung und Vertreter der FARC-Rebellen nach über 50 Jahren Bürgerkrieg ein Friedensabkommen, für das Präsident Juan Manuel Santons im vergangenen Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Der Konflikt hatte bis dahin etwa 340.000 Menschenleben gefordert, mindestens sieben Millionen Kolumbianer wurden vertrieben.

djo/kle (afp, dpa, epd)