1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

Kohle statt Tschernobyl-Strom

Im Dezember 2000 wurde der letzte Reaktor von Tschernobyl vom Netz genommen. Im Gegenzug hatte die Europäische Union ein "Ersatz-Programm" aufgelegt und setzt dabei auch auf Kohlekraftwerke.

default

Siemens baut in der Ukraine Kohlekraftwerke.

Ein Teil des Programms ist es, die Effektivität der altertümlichen Kohlekraftwerke in der Ukraine zu steigern und diese gleichzeitig sauberer zu machen. Als erstes westliches Unternehmen ist die deutsche Firma Siemens dabei, im Konsortium mit drei deutschen Kesselherstellern im nordukrainischen Smijew ein Kohlekraftwerk umfassend zu modernisieren.

Bröckelender Beton

Ukrainische Arbeiter werkeln an einer der zehngewaltigen
Dampfturbinen, die nebeneinander aufgereiht wie schlafende Riesen in der Turbinenhalle des Kraftwerks liegen. Ein Großteil der ukrainischen Kohlekraftwerke wurde in den 60er Jahren errichtet und seitdem nicht modernisiert. Entsprechend sehen sie aus: Der Beton bröckelt allenthalben, dunkle Schmutzwolken tauchen die Schornsteine der Kraftwerke in künstlichen Nebel, selbst an sonnigen Tagen.

Die neue Turbine, die von einem deutschen Konsortium unter der Führung von Siemens in Smijew bei Kharkov installiert wird, entspricht dem neuesten Stand der Technik und soll die Leistung des sogenannten 'Block 8' um rund zwanzig Prozent erhöhen.

Asbest und Kohlestaub

Wie ein Schneemann in weißen Overalls, mit weißem Helm und Atemmaske wandelt Siemens-Baustellenleiter Fred Anklam durch die Halle. Es herrscht akute Asbestgefahr, da die alten Turbinen mit einer dicken Asbestschicht umhüllt sind. Sowohl Asbest als auch die dicken Kohlestaubwolken sind eine Plage für das Land.