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Wirtschaft

Kodak entlässt 25.000 Mitarbeiter

Eastman Kodak will 25.000 Mitarbeiter entlassen - nahezu die Hälfte der Belegschaft weltweit. Dem größten Hersteller von Film-Material gelingt der Einstieg ins digitale Geschäft nicht schnell genug.

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Kodak-Chef Antonio Perez will sofortige Veränderungen

Kodak Plakat in Rochester

Optimistischer Slogan: Ein Kodak-Plakat in Rochester im US-Bundesstaat New York

Der Umbau von Eastman Kodak verläuft härter als geplant: Statt - wie 2004 angekündigt - 15.000 Arbeitsplätze abzubauen, will Kodak nun 22.500 bis 25.000 Menschen entlassen. Ende 2004 beschäftigte das Unternehmen mit 54.800 Mitarbeitern weltweit bereits gut 9000 Menschen weniger als noch ein Jahr zuvor. Für das zweite Quartal wies Kodak am Mittwoch (20.7.2005) einen Verlust von 146 Millionen Dollar aus. Der Konzern versucht fieberhaft, auf digitale Produkte umzusteigen, da das traditionelle Fotogeschäft immer unwichtiger wird.

Rote Zahlen

Film Agfa Kodak Fuji

Abgesagt: Filme von Kodak

Das Unternehmen hat im zweiten Quartal zum dritten Mal in Folge rote Zahlen geschrieben: Es sei ein Verlust von 146 Millionen Dollar angefallen nach einem Nettogewinn von 136 Millionen Dollar ein Jahr zuvor, teilte Kodak mit. Die Anleger an der Wall Street reagierten mit Verkäufen, der Kurs der Kodak-Aktie gab mehr als acht Prozent auf 26,30 Dollar nach. Im gesamten ersten Halbjahr addierten sich die Verluste auf 288 Millionen Dollar gegenüber einem Gewinn von 157 Millionen Dollar vor einem Jahr.

Drei Milliarden Dollar für Umstrukturierung

Kodak will rund 7000 Stellen in den Produktionsbetrieben zusätzlich abbauen und 2300 Positionen in der Verwaltung, hieß es. Dadurch sollen die Kosten zusätzlich um 800 Millionen Dollar im Jahr gesenkt werden. Die Maßnahmen sollen rund 470 Millionen Dollar kosten. Kodak will seine Produktions-Infrastruktur für traditionelle Fotografie auf das Volumen von einer Milliarde Dollar trimmen gegenüber 2,9 Milliarden Dollar Anfang 2004. Die Gesamtbelastungen der Restrukturierung dürften auf 2,7 bis 3 Milliarden Dollar steigen gegenüber einer ursprünglichen Schätzung von 1,3 bis 1,7 Milliarden Dollar. Die jährlichen Kostenersparnisse sollen auf insgesamt 1,6 bis 1,8 Milliarden Dollar steigen gegenüber der ursprünglichen Schätzung von 0,8 bis 1,0 Milliarden Dollar.

Schwarz-weiss Fotopapier von Kodak

Von gestern: Schwarz-weiß-Fotopapier von Kodak

Umstellung auf Digitaltechnik

Kodak steht vor der Herausforderung, die sinkende Nachfrage nach Filmen mit digitaler Technik auszugleichen. Der seit Juni amtierende Kodak-Chef Antonio Perez stellte fest, der Filmmarkt schrumpfe schneller als erwartet. Deshalb müsse Kodak seine Kosten aggressiver senken. Kodak befindet sich mitten in einer Umstellung auf digitale Produkte wie Digitalkameras, medizintechnische Diagnostik und entsprechende Dienstleistungen. Das Unternehmen wolle den Umbau innerhalb von 24 Monaten hinter sich bringen, erklärte Perez. "Unser enttäuschender Start in der ersten Hälfte dieses Jahres verdeutlicht, dass ich einige Dinge ändern muss - und zwar jetzt", erklärte Perez.

Aggressiver Wettbewerb

Zur Entwicklung im Digitalgeschäft äußerte sich das Unternehmen zufrieden. Im zweiten Quartal seien die Umsätze hier um 43 Prozent auf 1,84 Milliarden Dollar angewachsen. Im Juni habe der Umsatz mit digitalen Produkten erstmals in der Unternehmensgeschichte den im traditionellen Filmgeschäft übertroffen.(stu)

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  • Datum 21.07.2005
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