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Reise

Kobolde und Kirchen

Wie andere mittelgroße Städte in Deutschland muss Hildesheim sich mit dem klassischen Vorurteil der Eintönigkeit herumschlagen. Dabei besitzt die Stadt neben zwei UNESCO-Weltkulturgütern zahlreiche wertvolle Denkmäler.

Der historische Marktplatz in der Hildesheimer Innenstadt

Historischer Marktplatz in der Innenstadt

Wer ab und zu mal einen Apfel stibitzt, der hat es schwer in Hildesheim. Denn dann kommt schnurstracks ein Kobold, springt einem auf die Schulter und haucht einem ein schlechtes Gewissen ein. Das ist zumindest dem Apfeldieb passiert, den der Dresdner Bildhauer Roeder in seinem Bronzedenkmal "Huckup" in der Fußgängerzone verewigt hat.

Vermächtnis der ottonischen Kaiser

Der Kreuzgang des ehemaligen Benediktinerklosters St. Michael in Hildesheim

Der Kreuzgang des ehemaligen Benediktinerklosters St. Michael in Hildesheim

Der Huckup ist nicht das einzige Denkmal in Hildesheim. In dieser Stadt wimmelt es von denkwürdigen Stätten und Kulturgütern. An erster Stelle stehen natürlich die beiden UNESCO-Weltkulturgüter: der Dom und die Kirche St. Michael. Dieses frühromanische Bauwerk ist ein Vermächtnis der ottonischen Kaiser. Seine bemalte Holzdecke aus dem 13. Jahrhundert zeigt den Stammbaum Christi. Beide Kirchen wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört und zwischen 1950 und 1960 wieder aufgebaut.

Ginge es nach den Hildesheimern, müsste auch der Marktplatz zum Weltkulturerbe erklärt werden. Ihn halten die Hildesheimer für den schönsten der Welt. Zweifellos steht hier eines der schönsten Fachwerkhäuser der Welt: Das Knochenhaueramtshaus aus dem Jahr 1529 ist wirklich sehenswert. Es wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und später originalgetreu wieder aufgebaut. In seinen oberen Stockwerken hat sich das Stadtmuseum mit einer Dauerausstellung zur Kulturgeschichte Hildesheims niedergelassen.

Hildesheim, die Museumsstadt

Die Hildesheimer sind nicht nur auf ihren historischen Markt stolz, sondern auch auf ihre Museen. Zwei davon sind in der Tat bemerkenswert: Das Dommuseum und das Roemer- und Pelizaeusmuseum. Im Dommuseum lässt sich eine der größten Sammlungen mittelalterlicher Sakralkunst in Europa bewundern. Es beherbergt Kunstwerke aus dem frühen Mittelalter, die Teil des Weltkulturerbes sind. Das Roemer- und Pelizaeusmuseum ist über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt. Neben den bekannten Dauerausstellungen zu Altägypten und Altperu gibt es hier immer wieder Sonderausstellungen, die Besucher aus ganz Deutschland in die Stadt locken.

Ein früher Sitz der Bischöfe

Am Anfang war der Klerus. So einfach lassen die Ursprünge Hildesheims sich beschreiben. Kaiser Ludwig der Fromme, ein Sohn Karls des Großen, ließ schon im Jahr 815 auf dem Domhügel eine Marienkirche errichten. Rund um das Heiligtum siedelten sich Handwerker und Kaufleute an, die schon bald einen ausgeprägten Bürgersinn entwickelten: bereits 1217 gab es ein Rathaus, um 1300 wurde der bischöfliche Stadtvogt der bürgerlichen Gerichtsbarkeit unterstellt, und im 14. Jahrhundert erarbeiteten die Bürger eine demokratische Verfassung. So ist Hildesheim heute nicht nur katholischer Bischofssitz, sondern auch ein Ort, der viel für das weltliche Leben übrig hat. (Study in Germany/pg/mas)

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