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Reise

Knigge für Kirchenbesucher

Kurze Hosen sind für Besucher des Petersdoms in Rom tabu. Wer in Shorts in eine deutsche Kirche geht, wird nicht gleich wieder rausgeworfen. Aber es gibt auch dort gewisse Regeln, die Touristen beachten sollten.

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Ehrfürchtiges Benehmen

Sommer, Sonne, Hitzeschlag. In der heißen Jahreszeit flüchten viele Urlauber in kühle Gotteshäuser, Publikumsmagneten sind etwa die Wieskirche im Allgäu, das Freiburger Münster, der Kölner und der Erfurter Dom. Das geschieht nicht immer zur Freude derer, die auf die Kirchen aufpassen müssen. Der Kölner Dompfarrer Rolf Breitenbruch etwa klagt: "Fast jeden Tag kommen Menschen mit Zigarette oder Bierdosen in den Dom oder fangen an zu frühstücken." Diese Leute weisen er und die so genannten Domschweizer dann zurecht.

Viele Fettnäpfchen

Unter den Fettnäpfchen, in die Besucher treten, steht laut Erfurter Domkapitular Reinhard Hauke das Hut-Tragen an erster Stelle. Manche Männer wollten die Kopfbedeckung partout nicht abnehmen. Ihren eigenen Willen haben auch die Besucher des Kölner Doms, hat Breitenbruch festgestellt. Das Gotteshaus sei bei Vielen beliebt, um die müde gelaufen Beine mal so richtig auszustrecken. Oder auch, um einfach ein Nickerchen zu halten.

Unterschiede je nach Herkunft

Mit Angehörigen nicht-christlicher Religionsgemeinschaften haben die Domwächter keine Probleme. "Die lassen den Raum mehr auf sich wirken und begreifen, dass hier ein ehrfürchtiges Sich-Benehmen notwendig ist", berichtet der Kölner Pfarrer.

Pfarrer Kirchmeier von der Allgäuer Wieskirche hat während seiner langen Dienstzeit Unterschiede je nach Herkunft der Besucher festgestellt. "Die Japaner sind die höflichsten, sie schauen sich alles interessiert an", erzählt Kirchmeir. Italienische Touristen zeigten sich am frommsten, aber auch am lautesten. Besucher aus den USA ließen sich besonders schnell begeistern, Deutsche seien eher kompliziert. "Viele denken, wenn sie Kirchensteuer bezahlten, müssen sie sich vom Pfarrer nichts sagen lassen", so Kirchmeier.

Kurze Hosen erlaubt

Trotz des Ärgers ab und zu freuen sich die Kirchenwächter jedoch über den Urlauberansturm. Und zwar auch in sommerlicher Kleidung. Kurze Hosen sind erlaubt, Miniröcke und schulterfreie Tops ebenso, so lange die Besucher Ehrfurcht zeigen und sich nicht wie am Strand benehmen. Sollte jemand barbusig Einlass wollen, wäre das natürlich verboten.

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