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Europa

Knapper Vorsprung für regierende Sozialisten in Ungarn

Die regierenden Sozialisten sind aus der ersten Runde der Parlamentswahl in Ungarn als knapper Sieger hervorgegangen. Wer das Land künftig führt, wird allerdings erst nach den Stichwahlen am 23. April feststehen.

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Ungarns Parlament in Budapest ist in einem großen neu-gothischen Palast beheimatet

Mehr als 170 der 386 Mandate sind noch vakant, weil keiner der Kandidaten am Sonntag (9.4.2006) die erforderliche Mehrheit erhielt. Demnach hat nicht nur Amtsinhaber Ferenc Gyurcsany, sondern auch sein Herausforderer Viktor Orban von der oppositionellen Bürgerunion Fidesz eine Chance auf das Amt des Ministerpräsidenten. Während Gyurcsanys Partei auf 43,3 Prozent der Stimmen, beziehungsweise auf 105 Sitze kam, erreichte Orbans Fidesz 42,1 Prozent (97 Sitze).

Konservative überraschen

Das Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden großen Parteien war allgemein erwartet worden. Als Überraschung werteten Beobachter dagegen das Abschneiden des Ungarischen Demokratischen Forums (MDF). Die konservative Partei, die als potenzieller Partner von Fidesz gilt, schaffte mit 5,04 Prozent der Stimmen den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde. Der Koalitionspartner der Sozialisten, die Allianz der Freien Demokraten, kam auf 6,4 Prozent.

Orban optimistisch

Der 44-jährige Regierungschef Gyurcsany erklärte sich am Sonntagabend zum Wahlsieger der ersten Runde. Der 42-jährige Orban, der Ungarn von 1998 bis 2002 regierte, sagte, seine Partei könne in zwei Wochen noch an den Sozialisten vorbeiziehen: "Die Chance auf einen Sieg in der zweiten Runde ist offen", sagte Orban. Man müsse bei den Stichwahlen noch 75 Mandate gewinnen. Die Wahlbeteiligung am Sonntag lag bei 67,7 Prozent. (mas)

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