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Politik

Knapper Sieg für Kerry

Mit seinem 15. Sieg bei den Vorwahlen der US-Demokraten hat John Kerry seinen Anspruch als Herausforderer von George W. Bush bei der Präsidentschaftswahl im November untermauert. Aber es hätte auch anders kommen können.

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Auf dem Vormarsch, aber nicht unangefochten: John Kerry

John Kerry, Senator aus Massachusetts und haushoher Favorit, setzte sich am Dienstag (17.2.2004) im Bundesstaat Wisconsin nur mit Mühe gegen John Edwards aus North Carolina durch. Edwards verlieh den Vorabstimmungen über den demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten mit seinem überraschend starken Abschneiden neue Spannung. Vor der Abstimmung war Kerry war in Umfragen ein Vorsprung von 20 Prozentpunkten prognostiziert worden - magere vier Prozentpunkte standen letztendlich zu Buche: Nach Auszählung von über 80 Prozent der Stimmen lag Kerry mit 39 Prozent vor Edwards mit 35 Prozent. "Die Menschen in Wisconsin wollen, dass dieser Wahlkampf weitergeht, sie wollen einen Kandidaten, der für sie und ihre Arbeitsplätze kämpft", sagte Edwards am Dienstag.

Punkten mit der Frage nach Arbeit

In Wisconsin waren in den vergangenen drei Jahren über 80.000 Industrie-Arbeitsplätze verloren gegangen. Viele Firmen wanderten nach Mexiko ab, wo sie seit Einführung der nordamerikanischen Freihandelszone NAFTA billiger produzieren können. Edwards hatte sich im Wahlkampf gegen NAFTA ausgesprochen. Nun hofft er, dass es am Super-Dienstag Anfang März, dem letzten Vorwahltermin der Demokratischen Partei, zu einem Zweikampf zwischen ihm und Senator Kerry kommt. Dann wird in zehn US-Bundesstaaten gleichzeitig abgestimmt, darunter in den bevölkerungsreichen und damit im Nominierungsverfahren besonders gewichtigen Staaten Kalifornien und New York. Noch sieht sich Kerry als stärksten Kandidaten, um Präsident George W. Bush im November herausfordern zu können. "Wir lehnen einen Präsidenten ab, dem es nur um steigende Aktienkurse geht. Wir glauben, dass es die Aufgabe eines Präsidenten ist, in Amerika wieder Arbeit zu schaffen", so Kerry.

Was wird aus dem einstigen Top-Favoriten?

Eine offene Frage bleibt, was aus Howard Dean wird. Der Ex-Gouverneur von Vermont kam erneut nicht über einen dritten Platz hinaus, obwohl er zehn Tage lang in Wisconsin intensiv Wahlkampf geführt hatte. Howard Dean, bekannt als vehementer Kritiker des Irak-Kriegs, wollte noch in der Nacht in seinen Heimatstaat Vermont zurückkehren, um dort die Lage zusammen mit seinen Beratern zu erörtern. In einer Rede vor Anhängern sagte er nach der Abstimmung, er werde weiterhin für einen Wandel in den USA kämpfen. "Wir sind noch nicht fertig", rief Dean aus. Beobachter schlossen nicht aus, dass Dean noch für kurze Zeit weiter im Kandidatenwettbewerb bleiben wird - allerdings nicht mehr als aktiver Bewerber, sondern um seine linksliberalen Positionen in den Wahlkampf einzubringen. "Ihr habt schon jetzt die demokratische Partei verändert", versucht er seine Anhänger trotz der Niederlage bei der Stange zu halten. Womöglich wird er seine Kandidatur in eine Reformbewegung umfunktionieren.

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