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Sport

Klinsmann wehrt sich gegen Kritik

Bundestrainer Klinsmann hat sich mit deutlichen Worten gegen Kritik an seiner Arbeitsweise im WM-Jahr gewehrt. "Wo sitzen unsere Gegner eigentlich, in Brasilien - oder sind unsere Gegner in Deutschland?", fragte er.

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Jürgen Klinsmann lässt sich die Laune nicht verderben

Die Spekulationen, die in den letzten Tagen über ihn verbreitet worden seien, hätten die Grenze der Fairness überschritten, sagte Jürgen Klinsmann am Sonntag (13.3.2006) in einem ZDF-Interview. Der Bundestrainer wehrte sich gegen die "völlig unbegründete und falsche" Kritik der vergangenen Tage. "Was sich in der letzten Woche abgespielt hat, war jenseits von gut und böse. Das hatte überhaupt nichts mit Fußball zu tun, sondern ging rein ins Persönliche", sagte Klinsmann in einem Interview mit dem ARD-Hörfunk und ergänzte: "Ganz bestimmt sind ein paar Dinge unter die Gürtellinie gegangen."

Gemeinsam mit der Mutter in Kalifornien

Der Bundestrainer begründete sein heftig kritisiertes Fernbleiben beim FIFA-Workshop mit "privaten Gründen". Die Sorge um seine Mutter Martha hätte ihn zur Absage seiner Teilnahme am Workshop in Düsseldorf bewegt. "In dieser Woche war der erste Jahrestag des Todes meines Vaters, und ich hatte meiner Mutter schon lange versprochen, dass wir diese für sie schweren Tage in dieser Woche gemeinsam in Kalifornien verbringen", sagte Klinsmann am Sonntag nach seiner Rückkehr in Deutschland. "Ich habe sie mit nach Amerika genommen, damit wir nach ihr schauen können. Das war uns wesentlich wichtiger als der Workshop, bei dem Oliver Bierhoff und Joachim Löw präsent waren."

Für sein Fehlen in Düsseldorf habe er sich aber nicht zu entschuldigen. Vielmehr hätten die Kritiker bei ihm zunächst nachfragen sollen, weshalb er nach Kalifornien gereist sei. Er warf der von Franz Beckenbauer angeführten Kritiker-Riege vor, sich wie Nestbeschmutzer zu verhalten: "Wo sitzen unsere Gegner eigentlich, in Brasilien - oder sind unsere Gegner in Deutschland, die uns nichts mehr gönnen?", fragte er am Sonntag in dem Fernsehinterview. Vorwürfe wie die von Beckenbauer, er sei der Rolle als Gastgeber nicht gerecht geworden, hätten ihn hart getroffen. "Ich war in den letzten 15 Jahre immer für den deutschen Fußball unterwegs", sagte der ehemalige DFB-Kapitän mit dem Hinweis auf Reisen nach Südafrika, Israel, für die WM-Bewerbung oder jüngst in den Iran.

Zwanziger macht Druck

Der geschäftsführende Verbands-Präsident Theo Zwanziger, der auch nicht über die persönlichen Gründe der Workshop-Absage informiert war, hat Klinsmann indes aufgefordert, bis zur Fußball-Weltmeisterschaft mehr Zeit als bisher in Deutschland zu verbringen. "Er muss näher und regelmäßiger bei der Mannschaft sein. Er muss in Deutschland präsenter sein. Das kann ich erwarten", erklärte Zwanziger in der "Bild am Sonntag". Der DFB-Chef wertete Klinsmanns frühere Anreise zum Länderspiel am 22. März in Dortmund gegen die USA als "gutes Zeichen", kündigte aber ein persönliches Gespräch mit dem 41-Jährigen an.

"Mein Lebensmittelpunkt seit dem 27. Januar 2006 ist für mich Deutschland. Es bedarf keiner Anregungen und Wünsche", sagte Klinsmann zur Debatte über seinen Wohnort. Er kenne seine Aufgabe und sein Plan sei es immer gewesen, "dass ich in den letzten Monaten vor der WM in Deutschland bin. Aber ich werde es mir nicht nehmen lassen, immer wieder mal zu meiner Familie nach Kalifornien zu fliegen. Unverändert bleibt meine Linie, dass ich bis zur WM meine Flugpläne nicht offen legen werde", betonte der Bundestrainer, der jetzt "in aller Sorgfalt" das USA-Spiel vorbereiten will. "Darüber hinaus wird es sicher das eine oder andere Gespräch geben." (stl)

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