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Kultur

Klinsmann, übernehmen Sie!

Jetzt ist es amtlich: Jürgen Klinsmann beerbt Rudi Völler als Teamchef der deutschen Fußballmannschaft. Sein Gehalt steht bereits fest, der Ex-Nationalspieler hat mit der Arbeit schon so gut wie angefangen.

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Jürgen Klinsmann wird neuer Bundestrainer - mit Verstärkung

Unterschrieben ist noch nichts. Doch es steht fest: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat sich mit dem zukünftigen National-Teamchef Jürgen Klinsmann auf einen Zwei-Jahres-Vertrag geeinigt - also erstmal bis zur Weltmeisterschaft 2006. Über das Geld sind sich der DFB und der 39-jährige frühere Nationalspieler schon einig. "In den noch ausstehenden Gesprächen geht es ausschließlich um sportliche Details", erklärte DFB-Sprecher Harald Stenger. Über die Höhe des Gehalts schweigen alle Beteiligten, das Gerücht von fünf Millionen Euro wies Stenger zurück. Klinsmann selber wollte sich zu seinem neuen Job noch gar nicht äußern.

Die drei von der Trainerbank

Der gelernte Bäcker, der 108 Mal für das deutsche Fußballteam spielte, muss die abgetakelte Mannschaft nicht allein wieder auf Kurs bringen. Er hat bereits mit seinem früheren Stürmer-Kollegen Oliver Bierhoff (36) gesprochen, der als Manager der Nationalmannschaft gehandelt wird.

Klinsmann bastelt von seiner alten Heimat Stuttgart aus schon an einer Strategie. Trainer Holger Osieck (55 Jahre alt) soll sein erster Assistent werden, mit nicht gerade geringen Befugnissen.

Kandidaten haben noch andere Pflichten

Genaue Personal- und sonstige Zukunftspläne will der DFB aber frühestens am Freitag (30.7.2004) offenbaren, kündigte Stenger an: "Es gibt keinen Schnellschuss." Vor allem Klinsmann, der bisher in den USA lebte, hat nämlich noch einiges zu regeln. Schließlich muss er sein Engagement für ein großes Kreditkartenunternehmen oder in der Jugendförderung mit seinem neuen Amt abstimmen.

Oliver Bierhoff Fußball

Oliver Bierhoff ist als Manager des deutschen Fußballteams im Gespräch

Auch Oliver Bierhoff - dessen Aufgabenbereich noch nicht feststeht - müsste sich um seinen vollen Kalender kümmern. Der Europameister von 1996 hat einen Vertrag mit dem Sportartikel-Hersteller Nike, der bis 2006 läuft. Der DFB ist seinerseits seit Jahrzehnten mit Nikes Konkurrent Adidas verbandelt.

Klinsmann will offeneren DFB

Bierhoff will erstmal genau wissen, was ihm an Arbeit bevorsteht. Osieck dagegen zeigte deutliches Interesse: "Wenn ich mithelfen kann, dass die Grundstimmung wieder positiv wird, bin ich dazu bereit", sagte er dem Fachmagazin "kicker".

Dass das DFB-Team wieder mit Optimismus zu Werke geht, will Klinsmann mit einem großen Schnitt erreichen, so viel verriet er immerhin: "Wichtig ist, dass der DFB in einigen Bereichen offener wird."

Notlösung oder Top-Besetzung?

Das finden die meisten Größen der Fußballwelt auch. Klinsmann hat Rückendeckung, trotz verbaler Fouls etwa von Rudi Assauer, dem Manager von Schalke 04: "Notlösung. Siebte, achte Schublade", schimpfte der. Auch Klaus Toppmöller, Trainer in Hamburg, beschwerte sich im Norddeutschen Rundfunk: Der DFB messe mit zweierlei Maß. Lothar Matthäus habe man mangels Trainer-Erfahrung abgelehnt, den absoluten Trainer-Neuling Klinsmann dagegen dann eingestellt.

Dagegen meinte Matthias Sammer, der im Juni 2000 zusammen mit Klinsmann in einem Sonderlehrgang den Trainerschein gemacht hatte: "Das ist eine gute und seriöse Lösung. Insgesamt ist die WM 2006 nicht das Hauptproblem. Es müsste jetzt wieder viel ausgebildet werden, um den Fußball nach vorne zu bringen."

Mit neuem Schwung zur WM

Ottmar Hitzfeld, eigentlich die Nummer-eins-Lösung bei der Völler-Nachfolge, ergänzte: "Frisches Blut bringt auch Vorteile." Der DFB-Kapitän, Torwart Oliver Kahn, rechnet mit einer "sehr, sehr neuen Situation."

Wie auch immer, Jürgen Klinsmanns Mutter Martha ist sich sicher, dass ihr Junge die WM-Mission 2006 erfüllt, sagte sie im Südwestrundfunk: "Die Fähigkeiten hat er." (reh)

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