1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Welt

Klimaschutzziel rückt in weite Ferne

Düstere Aussichten: Das UN-Umweltprogramm Unep warnt, dass ohne weitere Klimaschutzanstrengungen der Ausstoß an Treibhausgasen stark wächst. Dadurch wird es immer schwieriger, den globalen Temperaturanstieg zu bremsen.

Kalbender Gletscher in Grönland (Foto: dpa/picture alliance)

Erderwärmung Gletscher schmilzt

Die internationale Gemeinschaft entfernt sich immer weiter von ihrem politischen Ziel, die Erderwärmung rechtzeitig zu stoppen. Ohne einschneidende Maßnahmen ist der Plan, die Temperatur auf ein Plus von maximal zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen, nicht erreichbar. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht der UN-Umweltbehörde Unep, an dem 55 Forscher aus 22 Ländern mitgewirkt haben. Anstatt zu sinken, sei der globale Ausstoß an Treibhausgasen seit dem Jahr 2000 bereits um etwa 20 Prozent gestiegen.

Nach Ansicht von Wissenschaftler drohen bei einem Temperaturanstieg von mehr als zwei Grad Celsius über den Wert vor der Industrialisierung unter anderem ein komplettes Abschmelzen des Grönlandeises sowie Dürren und Unwetter unbekannten Ausmaßes.

Klaffende Lücke von acht Gigatonnen

Die Klimaforscher legten in dem Bericht eine weitere beunruhigende Prognose vor: Demnach wird der Ausstoß an Treibhausgasen bis 2020 auf 58 Gigatonnen (Milliarden Tonnen) steigen, falls es keine Kehrtwende beim Klimaschutz geben sollte. Um das Zwei-Grad-Klimaziel zu halten, dürfe der Ausstoß bis dahin jedoch nicht mehr als 44 Gigatonnen betragen.

Der Direktor des UN-Umweltprogramms Unep, Achim Steiner (Foto: dpa)

Der Direktor des UN-Umweltprogramms Unep, Achim Steiner, warnt vor zu starkem Temperaturanstieg

Dazu müssten allerdings die Länder ihre Zusagen über Klimaschutzmaßnahmen stark aufstocken. Denn selbst, wenn die einzelnen Staaten ihre jeweils am weitesten gehenden Klimaschutzzusagen einhielten, bleibe bis 2020 eine Lücke von acht Gigatonnen, sagte Unep-Exekutivdirektor Achim Steiner. Falls die nötigen Emissionsreduktionen bis 2020 nicht erreicht werden, würde ihre spätere Umsetzung danach mindestens 10 bis 15 Prozent mehr kosten, betonen die Forscher.

Dem Unep-Bericht zufolge ist der angestrebte Rückgang der Emissionen mit bestehender Technologie jedoch erreichbar. So seien starke Sparmaßnahmen und Effizienzsteigerungen etwa bei Verkehr und Bauwirtschaft möglich.

Klimawandel führt zu steigenden Kosten

Video ansehen 02:02

Was ist der Treibhauseffekt? (05.11.2012)

Der Bericht wurde rechtzeitig zum 18. UN-Klimagipfel vorgelegt, der am Montag in Doha in Katar beginnt. Dort soll weiter über die Reduktion der Treibhausgase verhandelt werden. Welche Schäden der Klimawandel hervorruft, zeigt eine aktuelle Studie der Europäischen Umweltagentur. Demnach stiegen die Schäden durch extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen, Fluten und Dürre in Europa inflationsbereinigt von neun Milliarden Euro in den 1980er Jahren auf mehr als 13 Milliarden in den 2000er Jahren. dass extreme Wettereignisse in Europa künftig intensiver und häufiger auftreten.

kle/hp (dpa, dapd, www.unep.org)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema