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Wirtschaft

Klimaschutz als Chance für Europa

Noch ein gutes halbes Jahr, dann soll eine Weltklimakonferenz in Kopenhagen die Weichen für ein Kyoto-Nachfolgeabkommen stellen. Einer der führenden Klima-Experten drängt die EU zu weiteren Anstrengungen.

Symbolbild des Klimawandels (Foto: AP)

Der Klimawandel ist anders als die Wirtschaftskrise nicht greifbar

Der ehemalige Weltbank-Ökonom Nicolas Stern hatte vor wenigen Jahren eine Untersuchung über die Folgen des Klimawandels veröffentlicht, die weltweit für Aufsehen sorgte. Die Wirtschaftskrise, sagt er, sei kein Grund, sich vom Klimaschutz abzuwenden. "Das Argument, dass wir in der Rezession unsere Klimaschutz-Bemühungen verlangsamen sollten, ist einfach verworren und falsch." Gerade die Lehre aus dieser Krise sei, dass die Gefahren noch größer würden, wenn man in einer gefährlichen Lage zu spät handelte.

Klimaschutz als Weg aus der Krise

Klimaexperte Nicolas Stern (Foto: AP)

Nicholas Stern warnt seit Jahren vor den Folgen globaler Erderwärmung

Stern rät der Politik dringend, durch entsprechende Vorgaben Anreize für ein Klima schonendes Verhalten zu setzen. Dann sei der Klimaschutz sogar der Schlüssel, um aus der Wirtschaftskrise herauszukommen. „Wir sollten diese Vorgaben nicht als Lasten sehen", sondern als Chance nutzen, um die Führung in diesem Bereich zu übernehmen. "Das wird die Wachstumsgeschichte der Zukunft sein", ist sich der Ökonom überzeugt.

Oft sagen Kritiker, die Anstrengungen der Europäer seien nutzlos, solange wichtige Schwellenländer wie China nicht mitzögen. Bisher hat China eine abwartende Haltung eingenommen und den Industrie-Ländern eine Doppelmoral vorgeworfen. Doch Rajendra Pachauri, der Präsident des Weltklimarates, sieht auch in China positive Veränderungen. Er glaubt, dass sich die Chinesen des Problemkomplexes der Energie-Sicherheit und der Umweltverschmutzung sehr bewusst seien. Sie wüssten, dass die Verringerung von CO2 auch andere Vorteile bringt. Bessere Luft führe auch zu gesundheitlichen Verbesserungen. Pachauri fordert die Industrieländer auf, mit gutem Beispiel voranzugehen. "Dann werden auch einige der Schwellenländer das ihnen Mögliche tun."

Nicht mehr einsame Vorreiter

Cover eines Klimamagazins (Foto: dpa)

Die neue Obama-Regierung lässt in Sachen Klimaschutz hoffen

Immer wieder lobten beide Klima-Experten die europäische Führung beim Klimaschutz, besonders die ehrgeizigen europäischen Ziele und das Instrument des Emissionshandels. Kommissionspräsident José Manuel Barroso gab zu, lange hätten den Europäern innerhalb der G8 Gleichgesinnte gefehlt. Die Europäer hätten sich machmal recht einsam gefühlt. Vor einiger Zeit haben "manche unserer wichtigen Partner nicht einmal das Problem des Klimawandels als solches akzeptiert. Das hat sich geändert.“ So Barroro.

Damit meinte er offensichtlich vor allem die USA. Stern und Kachauri sagten dazu, die USA müssten erst einmal aufholen und ihre Ziele höher stecken. Aber beide sehen Signale dafür, dass sich die Europäer in Zukunft nicht mehr so einsam fühlen.

Autor: Christoph Hasselbach

Redaktion: Zhang Danhong

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