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Politik

Klimakampf in Cancun geht in zweite Runde

Nach der ersten Woche des Klimagipfels sind keine konkreten Ergebnisse in Sicht. Doch Teilnehmer gehen davon aus, dass die zweite Woche mit hochrangigen Regierungsvertretern doch noch Ergebnisse bringen könnte.

Ausschnitt aus Konferenz in Cancun (Foto: DPA)

UN-Klimachefin Christiana Figueres hält sich ein T-Shirt vor die Brust (Foto: AP)

Versucht Optimismus zu verbreiten - UN-Klimachefin Christiana Figueres

UN-Klimachefin Christiana Figueres versuchte bei der Bilanzpressekonferenz den Stand der internationalen Klimaverhandlungen positiv einzuschätzen. Es sei eine wunderschöne Gegend und manche Minister würden früher kommen, sagte sie nach der ersten Verhandlungswoche im mexikanischen Cancun. Doch Ergebnisse konnte auch sie nicht herbeizaubern.

Es heißt zwar immer, man sei sich näher gekommen, doch die Wahrheit ist, so der Greenpeace-Klimakoordinator Martin Kaiser, dass sich in der ersten Verhandlungswoche nichts Konkretes getan habe: "Nach einer Woche ist klar geworden, dass in Cancun beides möglich ist: Das komplette Beerdigen des Kyoto-Protokolls oder das Bauen von Grundpfeilern für ein zukünftiges Abkommen im nächsten Jahr in Südafrika."

Kyoto-Protokoll droht zu kippen

Dabei waren die Erwartungen für den diesjährigen Klimagipfel schon im Vorfeld bescheiden. Von einer Verlängerung des Kyoto-Protokolls war die Rede. Die erste Verpflichtungsperiode läuft Ende 2012 aus. Selbst wenn doch noch eine Verlängerung um eine zweite Periode in Cancun erreicht werden sollte, wird die Ratifizierung so lange dauern, dass eine lückenlose Fortsetzung kaum möglich sein wird.

Nun hat ausgerechnet Japan in der vergangenen Verhandlungswoche wiederholt, dass man nicht bereit sei, die Kyoto-Verpflichtungen zu verlängern. Das Kyoto-Protokoll regelt knapp ein Drittel der weltweiten CO2-Emissionen. Die beiden größten Klimasünder, China und die USA, sind dem Protokoll nie beigetreten. Doch bis heute ist das Kyoto-Protokoll das einzige verbindliche Regelwerk, das es international gibt. Nun droht es zu kippen.

Nichts erreicht, aber auch nichts verloren

Das lag nicht daran, dass die Delegationen nicht intensiv genug gearbeitet hätten. In der vergangenen Woche ist im Plenum und in Arbeitsgruppen zwar viel gesagt worden - aber wenig erreicht. Das gibt auch der Pressesprecher des UN-Umweltprogramms, Nick Nuttall, zu: "In der ersten Woche ist nichts Essentielles erreicht worden, aber andererseits auch nichts verloren. Die Versprechen aus Kopenhagen sind noch auf dem Tisch, keiner hat sie zurückgezogen. Jetzt wird die große Herausforderung sein, diese Versprechen fest zu verankern und zu sichern."

Ob diese Versprechen aus dem sogenannten Kopenhagener Akkord dann tatsächlich in der zweiten Verhandlungswoche gesichert werden können, bleibt abzuwarten. Es geht da unter anderem um die Errichtung eines internationalen Klimafonds, der die Folgen des Klimawandels in den Entwicklungsländern mildern soll.

Autorin: Helle Jeppesen

Redaktion: Kay-Alexander Scholz

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