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Wissen & Umwelt

Klimaforscher warnen vor Flutszenario

Klimaforscher befürchten einen drastischen Anstieg des Meeresspiegels. Nach jüngsten Erkenntnissen ist bis zum Jahr 2100 ein Anstieg bis zu einem Meter möglich. Millionen Menschen könnten in die Flucht getrieben werden.

Wellen brechen sich an der Felsküste der Cote Sauvage auf der Halbinsel Quiberon in der Bretagne (Foto: dpa)

Bis zu einem Meter könnte der Meeresspiegel bis 2100 steigen

Die rund 2000 Wissenschaftler, die am Dienstag (10.03.2009) zu einem dreitägigen Forscherkongress in Kopenhagen zusammengekommen sind, warnen vor einem bedrohlichen Szenario als Folge der globalen Erwärmung. Wenn es nicht gelinge, die Emission von Treibhausgasen erheblich einzuschränken, könnten die Meeresspiegel bis Ende dieses Jahrhunderts um das Doppelte der bisherigen Vorhersagen steigen, erklärten die Klimaforscher zum Auftakt des Kongresses in Dänemarks Hauptstadt. Das bedeute einen Anstieg um einen Meter oder mehr bis zum Jahr 2100, sollte die Eisdecke an den Polen weiter abschmelzen.

Überschwemmungskatastrophen könnten Millionen zur Flucht zwingen

Menschen laufen im indischen Bihar durch überflutete Straßen (Foto: CARE India)

Überschwemmungskatastrophen werden laut Forschern zunehmen

Überflutungen tiefliegender Regionen wären die Folge eines solch massiven Anstiegs des Meeresspiegels. Die Wohngebiete von zehn Prozent der Erdbevölkerung wären davon betroffen, Millionen Menschen würden in die Flucht getrieben, hieß es in Kopenhagen. Der australische Klimaexperte John Church sagte, bei einem Eintreffen dieses Szenarios wären Überschwemmungskatastrophen, die bisher als "Jahrhundertflut" eingestuft wurden, mehrmals pro Jahr zu befürchten. Church ergänzte: "Wenn wir nicht umgehend und massiv Schritte zur Begrenzung der Probleme ergreifen, könnte das Klima im 21. Jahrhundert eine Grenze überschreiten, nach der die Welt auch Erhöhungen des Meeresspiegels um mehrere Meter ausgesetzt werden kann."


Der letzte Bericht des Weltklimarats (IPCC) liegt rund zwei Jahre zurück. 2007 galt ein Anstieg des Meeresspiegels von 18 bis 59 Zentimeter bei einer Erderwärmung um 6,4 Grad Celsius bis Ende des Jahrhunderts als wahrscheinlich. Die Wissenschaftler wollen die Datenlage zur globalen Erwärmung nun aktualisieren. Die Ergebnisse, die Anfang Juli veröffentlicht werden sollen, dienen dann als weitere Grundlage für die UN-Klimakonferenz im Dezember in Kopenhagen. Auf der soll als Nachfolger des Kyoto-Protokolls ein neues Abkommen zur Reduzierung von Treibhausgasen beschlossen werden.


Beschleunigung beim Anstieg des Meeresspiegels erwartet

Der Alaska Eisfjord glacierice (Foto: DW/Irene Quaile)

Abschmelzende Eisdecken lassen den Meeresspiegel ansteigen

Der Ozeanograph Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimaforschung sagte bei der Eröffnung des dreitätigen Forscherkongresses, als Folge der stetigen Erwärmung sei eine Beschleunigung beim Anstieg des Meeresspiegels zu erwarten. Bisher war der Weltklimarat von einem gleichmäßigen Anstieg ausgegangen. Wichtigste Grundlage für die drastische Anhebung der Prognose sind dem Klimaexperten Church zufolge neue umfassende Satelliten- und Bodenbeobachtungen.


Als Ziel des derzeitigen Treffens in Kopenhagen nannte Gastgeberin Katherine Richardson von der örtlichen Universität, dass den Politikern "die bestmöglichen Informationen zur Verfügung" gestellt werden. Führende Klimaforscher aus rund 80 Ländern wollen den aktuellen Forschungsstand austauschen. Zu den Teilnehmern gehören unter anderem der IPCC-Vorsitzende Rajendra Pachauri und Professor Nicholas Stern. Stern wurde 2006 mit einer Studie über die Kosten des Klimawandels berühmt. (kis)

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