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Wissen & Umwelt

Klimaerwärmung macht Zugvögel sesshaft

Schwalben auf einem Ast (Foto: AP)

Wird es wärmer, fliegen Zugvögel zunächst nicht mehr so weit weg und werden später zu Standvögeln, das heißt, sie ziehen gar nicht mehr in den Süden. Francisco Pulido und Peter Berthold vom Max-Planck-Institut für Ornithologie haben bei genetischen Studien mit Mönchsgrasmücken herausgefunden, dass es bereits nach zwei Generationen in einer Population von reinen Zugvögeln auch erste Nichtzieher gab.

Der Vorteil für den Vogel liegt auf der Hand: Die kürzere Entfernung, die er zurücklegen muss, spart ihm Energie und Zeit. Kehrt er früher in sein Heimatgebiet zurück, besetzt er die besten Brutplätze und könnte mehrfach im Jahr brüten. "Wir nehmen an, dass die Verkürzung der Zugstrecke der erste und wichtigste evolutionäre Mechanismus ist, mit dem sich Vögel an veränderte klimatische Bedingungen anpassen", erläutert Francisco Pulido. "Bei Vögeln, die kurze bis mittlere Strecken von etwa 1000 Kilometern ziehen und bei denen das Zugverhalten genetisch bestimmt ist wie bei den meisten Singvögeln, kann dies eine erfolgreiche Überlebensstrategie sein."

Bei Langstreckenziehern, wie den Störchen oder den Mauerseglern, deren erfolgreicher Zug von der Überwindung von Barrieren wie Wüsten oder Meere abhängig ist, könne dieser Anpassungsmechanismus dagegen nicht funktionieren. Denn eine verkürzte Zugstrecke und Überwinterung im Meer oder in der Wüste sei unmöglich.

Autorin: Judith Hartl (idw/MPI)
Redaktion: Ulrike Wolpers