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Wirtschaft

Kleine Modellautos kommen ganz groß an

Beim Modellbauer Siku laufen jährlich rund 15 Millionen Autos vom Band. Die detailgetreuen Mini-Fahrzeuge rollen in 60 Ländern durch die Kinderzimmer. Manch historisches Modell steht bei Sammlern hoch im Kurs.

Bagger, Laster und Traktoren: Siku-Spielzeugmodelle (Quelle: Sieper GmbH)

Siku Modellautos

Die europäischen Automobilbauer klagen seit Monaten über eine Absatzflaute ihrer Fahrzeuge. Im Unterschied zu einem deutschen Hersteller aus dem Sauerland, dessen Modelle sich einer ungebrochen großen Beliebtheit erfreuen. Vor allem vor Weihnachten. Nach den Worten von Geschäftsführerin Britta Sieper beträgt die jährlich verkaufte Stückzahl rund 15 Millionen. "Wir verkaufen", fügt sie nicht ohne Stolz an, "insgesamt in 60 Länder." Diese Autos findet man allerdings nicht im Straßenverkehr wieder, sondern in Kinderzimmern oder in den Vitrinen von Sammlern.

Britta Sieper ist Geschäftsführerin von Siku, dem größten deutschen Hersteller von Modellautos. Seit 1951 produziert das Familienunternehmen die nicht nur bei Kindern beliebten Miniatur-Fahrzeuge. Am Heimatort Lüdenscheid (Bundesland Nordrhein-Westfalen) werden die einzelnen Komponenten für die jeweiligen Modelle hergestellt. Von der Motorhaube bis zu den Rädern. Die Endmontage erfolgt in einem Siku-Werk in Polen. Ein weiterer Produktionsstandort befindet sich in China. Weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 650 Mitarbeiter.

Die zahlreichen Details sind das besondere an Siku-Modellautos (Quelle: Sieper GmbH)

Die zahlreichen Details sind das Besondere an Siku-Modellautos

Bagger haben großen Spielwert

Bei Siku, um im Sprachbild der Automobilbranche zu bleiben, rollen täglich insgesamt bis zu 5.000 Modelle vom Band. Das Gesamtsortiment umfasst fast 500 Artikel. Vom Polizeiauto über Feuerwehrfahrzeuge und Bagger bis hin zu zahlreichen Pkw-Modellen bekannter Automobilhersteller. Und jedes Jahr kommen annähernd 50 neue Modelle hinzu. Zum Beispiel auch Modelle jenseits des deutschen Automarktes, denn Siku produziert ebenso für den internationalen Markt. In der Sauerländer Modellschmiede entstehen auch Polizeifahrzeuge aus England, Italien und den Niederlanden, Krankenwagen aus Neuseeland oder Skipistenwalzen aus Österreich.

Fragt man Britta Sieper, welche Miniatur-Autos sich in all den Jahren besonders hoch im Kurs, dann kann sie keinen einzelnen Pkw-Typ nennen. Vielmehr, sagt sie, seien Kinder vor allem auf Modelle mit hohem Spielwert abgefahren. Zum Beispiel auf Autotransporter oder kleine Bagger. "Bagger sind immer schon etwas, was Kinder begeistert. Da gibt's was zu tun, damit kann man was machen."

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Autotraum im Kleinen - Siku Modellautos

Absolute Geheimsache

Wirtschaftlich gesehen ist die Fabrikation von Spielzeugautos alles andere als ein Kinderspiel. Bei den Modellautos muss alles bis ins kleinste Detail dem Original entsprechen. Darauf legen auch die Automobilhersteller als Lizenzgeber größten Wert. Darum kooperieren die Autobauer schon vor der Markt-Präsentation eines neuen Typs eng mit der Konstruktionsabteilung von Siku. Natürlich unter größter Geheimhaltung, versichert Britta Sieper. Denn auch ein Modell könnte viel verraten: "Wenn andere durch die Lande fahren und versuchen die Erlkönige zu sehen, dann haben wir schon die Daten bei uns im abgeschlossenen Kämmerlein und entwickeln die Modelle."

Die Konstruktion der Modelle auf der Basis des Originals gerät auch innerhalb des Siku-Werkes zur strikten Verschlusssache. Darum tragen die Projekte oft keinen Namen, sondern eine anonyme Nummer. Zutritt zur Konstruktionsabteilung haben nur wenige Mitarbeiter mit einem Sonderausweis. "Das Gleiche gilt für den Werkzeugbau, eben da, wo ich die Formen baue, aus denen hinterher die Fahrzeuge kommen", betont Geschäftsführerin Sieper.

In enger Zusammenarbeit mit den Automobilherstellern wird bis ins letzte Detail an der kleinen Spielzeugausgabe gefeilt. Ein Prozess, der manchmal ein Jahr oder länger dauern kann. Denn zu ändern gibt es für die Siku-Konstrukteure immer wieder etwas. Ob an der Außenform, den Rädern oder auch an der Nachbildung des Armaturenbretts.

Die Siku-Modelle werden im Labor auf Herz und Nieren geprüft (Quelle: Sieper GmbH)

Alle Modelle werden im Labor auf Herz und Nieren geprüft

Getestet wird wie bei den Großen

Siku-Modelle rollen über den ganzen Erdball. Von Argentinien bis nach Südafrika. Aus Neuseeland hat zum Beispiel ein Sammlerklub Nachschubbedarf angemeldet. Zufriedenstellen will Geschäftsführerin Britta Sieper nicht nur die Autohersteller, sondern natürlich auch die Endverbraucher: die Kinder. Darum landen alle Modelltypen regelmäßig auf diversen Testständen im Prüflabor. So wie ein Spielzeugtraktor auf dem Rollstand. Getestet, erläutert der technische Werksleiter Klaus Hünnecke, wird dabei das Rollverhalten der Räder im Dauerbetrieb und die Belastbarkeit der Achsen.

Nicht nur der Traktor kommt manchmal wochenlang auf den Prüfstand. Spielzeugautos müssen in Kinderhand schließlich allerhand aushalten, begründet Werksleiter Hünnecke den Prüfaufwand. Modellautos von Siku besitzen darum eine lange Lebensdauer. Im Idealfall bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres - bis der Besitzer des Spielzeugautos den Führerschein macht und auf einen echten fahrbaren Untersatz umsteigt.

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