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Kultur

Kleine Anleitung für Malta

Wer aus Mitteleuropa zum ersten Mal nach Malta kommt, der muss sich umstellen: Das Land ist gerade so groß wie Hamburg, hat insgesamt drei Kilometer Autobahn, keinen Wald, keine Wiesen, kaum Strand. Aber es lohnt sich.

Festung von Valetta

Festung von Valletta

Ein paar Felsen mitten im Meer. 400.000 Bewohner. Die Leute sprechen wie die Araber, schreiben wie die Europäer, gestikulieren wie die Sizilianer und leben ein bisschen wie die Briten. Ihr Land besteht aus zwei großen Inseln, Malta und Gozo, und einer Handvoll Eilanden - alles zusammen die Reste der prähistorischen Landbrücke zwischen Europa und Afrika. Eine karge Landschaft. Wenig Grün. Ortschaften, Kirchenkuppeln, Steilküste - eine Sinfonie aus warm-gelbem Sandstein.

Mancher Urlaubsgast ist enttäuscht: Malta ist kein Land für die "Liebe auf den ersten Blick". Doch wer sich die Mühe macht, die Inseln zu erkunden, wird - vor allem im Frühling und Frühsommer - unverhofft ein Meer von Grün und Bunt entdecken: Mimosen, Bougainvilleen, Wein, Kapern, Artischocken, Tomaten, Paprika, Zwiebeln und viele andere Pflanzen wachsen wild oder auf liebevoll gehegten Kleinstäckern und in Gärten. Aus Malta kommen die besten Frühkartoffeln, die in Deutschland nur in Feinkostläden zu haben sind.

Biblische Hilfsbereitschaft

Die Malteser leben von Fremdenverkehr, Landwirtschaft, Großwerften und Kleinindustrie. Sie sind fleißig, haben lange Arbeitstage und nicht selten einen Zweitberuf. Doch ihre Einkommen sind verhältnismäßig gering. Trotzdem sind sie immer fröhlich. Die Hilfsbereitschaft der Malteser ist geradezu biblisch - belegt in der Apostelgeschichte des Lukas. Nach seinem Schiffbruch vor Malta berichtet der heilige Paulus: "Und als wir gerettet waren, erfuhren wir, dass die Insel Malta hieß. Die Leute aber erzeigten uns nicht geringe Freundschaft." (Lukas 28; 1, 2)

Und ihre Schwächen? Noch immer wird Müll einfach in die Landschaft "entsorgt", werden Abwässer ungeklärt ins Meer geleitet, Abgasbestimmungen nur mühsam durchgesetzt. Viele Malteser wollen nach wie vor nicht verstehen, wo das Problem sein soll - schließlich tragen doch das weite Meer und der stetige Wind die Umweltsünden fort… Dank der Jugend, die jetzt umweltbewusst erzogen wird, macht das Land jedoch inzwischen Fortschritte beim Landschafts- und Klimaschutz.

Makabre Jagd auf Vögel

Am wenigsten Verständnis finden Mitteleuropäern allerdings für die große Liebe der Malteser zur Jagd. Mit Waffen und Fallen stellen sie den Vögeln nach, die auf Malta zwischenlanden. Fanatische Jäger schrecken vor nichts zurück: Nach der Androhung eines Jagdverbots zerstörten sie Teile eines Steinzeittempels. Die Tempel - sie erinnern an die Anlage in Stonehenge - zählen zu den besonderen Sehenswürdigkeiten der Inseln. Trotzdem ist die Regierung weiterhin bemüht, das Vogelmorden zu unterbinden.

Daten und Fakten zu Malta

Malta ist das Ziel vieler Urlauber, die das ausgeglichene warme Klima lieben, die gute und preiswerte Hotellerie genießen, die Kulturdenkmäler bewundern, segeln und tauchen wollen. Und Malta ist ein sicheres Land. Denn der streng katholische Glaube gebietet den Maltesern Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft und verbietet Aggression und Gewalt - ganz besonders Frauen gegenüber. Dass es noch immer kein Recht auf legale Ehescheidung gibt, steht auf einem anderen Blatt ...

Keine Feier ohne Feuerwerk

Stolz und selbstbewusst sind die Malteser. Orientalisches Feilschen und das Belästigen von Touristen ist ihre Sache nicht. Wer sie richtig kennen lernen will, der sollte eine der "Festas", die sie zu Ehren ihrer Heiligen abhalten, besuchen. Dort kommt man mit ihnen ins Gespräch, fast alle sprechen ein vorzügliches Englisch. Und dann erlebt man ein Feuerwerk, einzelne leuchtende und knallende bewegte Bilder, aber auch gewaltige Böller, ohne die kein Fest gefeiert wird. "Merhba!", wird man dem Gast zurufen: "Herzlich willkommen!"

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  • Datum 04.09.2004
  • Autorin/Autor Christiane & Christian Corssen
  • Themenseiten Malta
  • Schlagwörter Malta
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  • Permalink http://p.dw.com/p/4hBO
  • Datum 04.09.2004
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