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Filme

Klein, aber oho: Das Festival "Film ohne Grenzen" im brandenburgischen Bad Saarow

"Good News" ist Thema der fünften Ausgabe. Zu sehen sind eindrückliche Geschichten: Über eine 100-Jährige, die online geht oder einen Antisemiten, der eigentlich Jude ist. TV-Legende Georg Stefan Troller ist Ehrengast.

Die Festivalmacherinnen Susanne Suermondt und Tanya Berndsen haben sich bewusst einen Ort jenseits der Großstadt gesucht, "einen Raum, wo man sich zurückziehen kann", so Susanne Suermondt. Bad Saarow liegt eine gute Autostunde außerhalb von Berlin, am Scharmützelsee, und ist ansonsten eher wegen seiner seine großzügigen Thermenlandschaft für Wellness bekannt.

Dabei geht es um beim Festival um die großen Fragen unserer Zeit: "Themen sind in unseren Filmen Menschenrechte, Menschenwürde, Humanität. Wir möchten eine Aussage treffen gegen Fremdenfeindlichkeit", so Suermondt. Das diesjährige Motto lautet "Good News" ("Gute Nachrichten"): In Zeiten von einem Dauerstrom schlechter - oder falscher - Neuigkeiten, von Gewalt, Umweltzerstörung und politischer Niedertracht möchte das Festival den Blick auch einmal positive Nachrichten richten.

Der Spielfilm "Maudie" eröffnete das Festival am Freitagabend (15.09.). Darin trifft die einsame Maudie (Sally Hawkins) auf den mürrischen Fischhändler Everett (Ethan Hawke). Maudie leidet an schwerer Arthritis, ist aber voller Lebenswillen und liebt die Malerei. Als sich zwischen den beiden eine zarte Liebesgeschichte entspinnt malt Maudie fortan farbenfrohe Bilder von ihrer Umgebung. Damit wird sie bald über die Grenzen der kleinen Ortschaft hinaus eine Berühmtheit.

"Maudie" bildete eine Ausnahme. Dokumentarfilme dominieren das Programm. Ehrengast ist der deutsche Dokumentarfilmer Georg Stefan Troller, der in den 1960er-Jahren vor allem mit seinen außergewöhnlichen Interviews bekannt wurde, die in Deutschland stilbildend wirkten. Einer seiner Lehrsätze: Die "unverschämten Fragen immer erst nach einigen verschämten" anbringen.

Georg Stefan Troller (picture-alliance/picturedesk.com/H. Pfarrhofer)

Blickt auf bewegte 95 Jahre zurück: Ehrengast Georg Stefan Troller

Der Sohn eines jüdischen Pelzhändlers ist Österreicher und entkam den Nazis nur knapp. Mit 17 flüchtete er aus Wien, mit 24 kehrte er nach Europa zurück. Letztes Jahr feierte er in Paris seinen 95. Geburtstag. Als Ehrengast ist er nun mit seinem Film "Schwierigkeiten beim Zeigen der Wahrheit" von 1966, in dem er die Bedingungen von Berichterstattung und Wahrheit beleuchtet.

Das Filmfestival "Film ohne Grenzen" Bad Saarow findet bis zum 17. September 2017 statt. Die Deutsche Welle ist Medienpartner. 

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