1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Top-Thema – Podcast

Kleider machen Leute

Hemd, Bluse und Blazer: Die Kleidung entscheidet, ob wir bei der Arbeit ernst genommen werden. Der erste Eindruck ist der wichtigste. Deshalb haben Firmen oft Dresscodes.‎

Wenn Angela Merkel keine ordentliche Frisur hat, gibt es Kritik. Die Wähler haben bestimmte Vorstellungen davon, wie Politiker aussehen sollen. Und bei Politikerinnen sind sie besonders kritisch. Von Frauen wird in der Politik nicht nur erwartet, dass sie sich seriös kleiden, sondern auch dass sie weiblich sein sollen. Dresscodes gibt es in vielen Berufen. Entweder weil es praktisch ist, oder weil es darauf ankommt, ernst genommen zu werden.

Josefine Paul ist neu in der Politik. Den Dresscode, den es für Politiker gibt, findet sie praktisch. Privat trägt die Abgeordnete der Partei "Die Grünen" gerne Jeans und T-Shirt. Blusen, Blazer und Stoffhosen sind hingegen Josefines Berufskleidung. Sie erklärt: "In meinem Alter, mit 28 Jahren, möchte man auch nicht unbedingt dadurch auffallen, dass man der flippigste Typ ist, sondern man möchte ernst genommen werden. Das ist manchmal eben ein bisschen leichter, wenn man Bluse und Blazer trägt."

Die Etikette-Trainerin Gabriele Krischel ist der Meinung, dass Kleidung in bestimmten Berufen wie eine Uniform funktioniert: Man fühlt sich sicherer und muss sich keine Gedanken machen, was richtig oder falsch ist. Krischel erklärt: "Man sagt, dass man den ersten Eindruck in den ersten 30 Minuten nicht ändern kann." Deshalb ist es in vielen Berufen wichtig, zu wissen, was der Kunde möchte. Als zum Beispiel eine Bank ihre Auszubildenden in Jeans und Hemden arbeiten ließ, wurden diese von den Kunden ignoriert.

Was bei Berufskleidung als neutral gilt, ist natürlich eine Frage der Kultur und Tradition. In Deutschland machen es inzwischen immer mehr Firmen so wie die Schweizer Bank UBS: Sie stecken ihre Mitarbeiter in Uniformen. Dann müssen diese sich nur noch korrekt verhalten, denn: Schlechte Umgangsformen können auch das beste Outfit kaputtmachen.


Glossar

"Kleider machen Leute" – der Titel einer Novelle von Gottfried Keller; gemeint ist: Man ist, was man anzieht.

Dresscode, der (aus dem Englischen) – die Kleiderordnung; die Vorschrift, welche Kleidung am Arbeitsplatz getragen werden darf

Blazer, der (aus dem Englischen) – eine schicke Jacke, die oft mit einem passenden Rock oder einer passenden Hose getragen wird

sich kleiden – sich anziehen

seriös – so, dass man ernst genommen wird; glaubwürdig

von jemandem ernst genommen werden – von jemandem respektiert werden

Abgeordnete/r, der/die – Vertreter/in einer Partei in einem Parlament

Berufskleidung, die – Kleidung, die man bei der Arbeit trägt

flippig – umgangssprachlich für: auffällig; witzig und verrückt

Typ, der – hier: die Person; der Mensch

Etikette, die – das Benehmen; das Verhalten

Uniform, die – Kleidung, die in Stoff, Form und Farbe einheitlich aussieht; Kleidung, die die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe (z.B. Polizei) zeigen soll

Auszubildende/r, der/die – jemand, der einen Beruf lernt

jemanden/etwas ignorieren – etwas/jemanden mit Absicht nicht beachten

neutral – hier: so, dass etwas nicht auffällt

etwas gilt als etwas – etwas wird von vielen Leuten als etwas angesehen

Umgangsform, die – die Art, wie man sich jemand anderem gegenüber verhält; das Benehmen

Outfit, das (aus dem Englischen) – die Zusammenstellung von Kleidung

Fragen zum Text

1. Dresscodes helfen, am Arbeitsplatz …

a) nicht beachtet zu werden.

b) individuell auszusehen.

c) ernst genommen zu werden.

2. Privat trägt Josefine Paul am liebsten …

a) Blusen und Blazer.

b) Jeans und T-Shirts.

c) Hemden und Stoffhosen.

3. Gabriele Krischel sagt, dass der erste Eindruck …

a) nach 30 Minuten entsteht.

b) nicht von der Kleidung abhängt.

c) sich nicht ändern lässt.

4. Welcher Ausdruck passt nicht zu den anderen?

a) ernst genommen werden

b) ignoriert werden

c) respektiert werden

5. Welcher Satz beinhaltet nur korrekte Pluralformen?

a) Josefines Berufskleidung sind Blusen, Blazers und Stoffhose.

b) Hemden und Blusen werden in Firmen besonders häufig getragen.

c) Viele Firmen geben ihren Mitarbeiter Uniformen.

Arbeitsauftrag

Kleidung ist nicht immer seriös und neutral, sondern oft auch:

flippig – ausgefallen – extravagant – stilvoll – elegant – schick – spießig

Recherchieren Sie die Bedeutung dieser Wörter und bilden Sie anschließend mit jedem Wort mindestens zwei Sätze, von denen ein Satz sich auf Kleidung bezieht, während der andere nichts mit Kleidung zu tun hat.

Beispiel:

Mein neuer Rock ist ziemlich flippig, weil er gelb und lila ist.

Wir waren gestern auf einer flippigen Party mit Lasershow und DJ.

Autor/in: Marlis Schaum/Lukas Völkel

Redaktion: Shirin Kasraeian

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema

Downloads