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"Klar Stellung beziehen"

Darf der Iran ein Atomprogramm haben? Soll die Türkei in die EU? Was tun gegen den Terror in Russland? Das sind die brennendsten Fragen, auf die unsere Leser diese Woche Antworten suchten.

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Iranisches Atomprogramm

Nicht nur, weil in der Region bereits die Bananenrepublik Pakistan und die Pseudodemokratie Israel über Atomwaffen verfügen, könnte eine atomare Bewaffnung Irans nicht nur kein Schaden, sondern sogar höchst wünschenswert sein. Hätte Iran schon 2003 Atomwaffen besessen, dann wäre der Welt wohl die US-Invasion des Irak erspart geblieben und auch Israel wäre gezwungen gewesen, sich auf eine faire politische Lösung der palästinensischen Frage einzulassen und seine Politik der Liquidationen und des Staatsterrorismus zu berdenken. Abgesehen von partikulären amerikanisch-israelischen Interessen, die in diesem Punkt mit europäischen nicht identisch sind, spricht nichts dafür, Iran zum Verzicht auf das legitime Mittel der nuklearen Abschreckung zu nötigen. (S. Juergens)

Die Europäer tun gut daran, sich in diese Angelegenheit nicht einzumischen. Der Iran hat als souveräner Staat das gleiche Recht auf Atomstrom und -waffen wie alle anderen Staaten. Warum soll Israel als einziges Land in dieser Region Atomwaffen haben? (Detlev Ross)

(Was man in diesem Fall machen soll), ist doch ganz einfach: Den Kopf in den Sand stecken und abwarten, bis die mit der Atombombe drohen . (Karl Riedel)

Soll die Türkei in die EU?

Ob sie dazu gehören sollte, wissen vermutlich nicht einmal die Fachleute so genau. Wenn die verschiedenen Forderungen - von denen an die Justiz bis hin zu den soziologischen (z.B. Eherecht) - per Gesetz erfüllt sein sollten, bleibt immer noch die Frage nach der Zeitspanne, innerhalb derer die Neuregelungen von den Türken akzeptiert werden. […] Den zu erwartenden Verheugen-Bericht wird man also ziemlich kritisch lesen müssen. Schade, dass die gestellte Frage voraussichtlich überwiegend unter außenpolitischen Aspekten beantwortet werden wird. Die Angleichung türkischer Gegebenheiten an die im übrigen Europa wird zum innereuropäischen Problem werden. (Joachim Kühnel)

Es hätte sicher nur Vorteile für Europa, wenn die Türkei in die EU aufgenommen würde. Allerdings nur nach kompromissloser Erfüllung sämtlicher Auflagen. (Manfred Salewski )

Präsidentschaftswahl in Australien

Ich glaube, dass der Anschlag auf die australische Botschaft in Jakarta den gegenteiligen Effekt auf das Wahlverhalten der Australier haben wird als wir es in Spanien gesehen haben: So seltsam es für uns Eurpäer scheinen mag, aber die politische Kultur Australiens legt meiner Einschätzung nach nahe, dass die konservative Regierung unter Howard durch seine bisher sehr erfolgreiche Rhetorik, a la "Unser Volk vereint gegen Terrorismus" Stimmen gewinnen wird. Die australische Öffentlichkeit ist generell weniger kritisch als in Europa, und ein starker Führungsstil einer Regierung wird allgemein viel höher geschätzt, als das in Europa der Fall ist. (Christina Katterfeld)

(DW-WORLD: Glauben Sie, dass der Anschlag in Jakarta Einfluss auf die australischen Präsidentschaftswahlen haben wird?) Das ist wohl eine Fangfrage. Australien ist nämlich (noch) eine konstitutionelle Monarchie mit der englischen Königin als Staatsoberhaupt. Es gibt also keine Präsidentschaftswahlen. (Brett O'Neill)

Tschetschnien: Krieg und Terror

Die EU sollte klare Stellung zum Konflikt in Tschetschenien bzw. zu den dort alltäglich passierenden Menschenrechtsverletzungen nehmen. Wer sonst hat dazu die Möglichkeit? Die Zurückhaltung der Staatspräsidenten und Minister zeigt einmal mehr, dass wirtschaftliche Interessen alleinige Priorität sind. Natürlich ist das ganze Problem sehr komplex, trotz alledem denke ich, dass dort, wo Ungerechtigkeit herrscht, niemand die Augen verschließen darf, nur um seine eigenen Pläne und Ziele nicht zu gefährden. Das ist höchst egoistisch und rückständlerisch und lässt mich daran zweifeln, dass Globalisierung im Sinne des Miteinanders von verschiedenen Nationen überhaupt möglich ist. (Jana Henker)

Es ist schwer zu sagen bzw. zu schreiben, wie Russland dem Terror entgegenwirken kann. Wie immer, so handelt es sich auch hier um Leute, die nicht einmal ihr eigenes Leben respektieren; das hat sich auch in Russland wiederholt gezeigt. Gegen solche Elemente gibt es keine Sicherheit; da nützt weder das beste Militär noch die beste Polizei. Die Demonstrationen sind allerdings verständlich. Noch eins: aus den Bildern von diesem Drama ist auch eindeutig zu erkennen, dass die Menschen in Russland trotz Freiheit weiterhin in bitterster Armut leben. Das macht sie noch schwächer im Kampf gegen den Terrorismus. (Thomas Hofer)

Anmerkung in eigener Sache:

Wir freuen uns über jede Zuschrift, aber wir können nicht alle Leserbriefe veröffentlichen. Aus redaktionellen Gründen behalten wir uns Kürzungen vor. Die Inhalte geben die Meinung der User, nicht die Meinung der Redaktion wider.

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  • Datum 12.09.2004
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