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Tour de France

Kittel siegt erneut - Froome behält Gelb

Sprintstar Marcel Kittel feiert seinen zweiten Etappensieg bei der Tour de France - ein weiterer Deutscher landet auf dem Treppchen. Das Gelbe Trikot des Gesamtführenden behauptet der Titelverteidiger aus Großbritannien.

Er hat es wieder getan. Marcel Kittel hat mit einem Sprint wie aus dem Lehrbuch seinen zweiten Etappensieg bei der 104. Tour de France gefeiert. In der Gluthitze des sechsten Tour-Teilstücks nach Troyes bewies der Thüringer besondere Zähigkeit und raste dank der größten Kraftreserven zu seinem insgesamt elften Tageserfolg bei der Frankreich-Rundfahrt. "Es war ein bisschen Freestyle, aber ich hatte ein gutes Hinterrad. Es ist perfekt gelaufen, es geht mir richtig gut im Moment", sagte Kittel. Sein Quick-Step-Teamchef Patrick Lefevere meinte: "Wow, er ist stärker als alle anderen."

Im ersten Massensprint nach dem Ausschluss von Weltmeister Peter Sagan lief diesmal alles glatt. Bei Temperaturen bis zu 37 Grad wartete Kittel geduldig auf den richtigen Moment und setzte einen unwiderstehlichen Antritt. Der 29-Jährige ließ seinen Konkurrenten nicht den Hauch einer Chance und siegte auf der zweitlängsten Etappe der diesjährigen Tour mit über einer Radlänge Vorsprung. "Ja, ja, ja", rief Kittel, nachdem er sich zunächst völlig ausgepumpt über seine Rennmaschine gebeugt hatte. Mit seinem Erfolg verkürzte er auch den Abstand in der Wertung ums Grüne Trikot, das der Franzose Arnaud Démare als Tageszweiter behielt. Rang drei ging an den Rostocker André Greipel. Es war das gleiche Podium wie am Sonntag bei der Ankunft in Lüttich.

Die Affäre Sagen

Tour de France 6. Etappe Sprint Demare Greipel Kittel (picture-alliance/Belga/dpa/D. Waem)

Diesmal kein Sturz im Massensprint

Die Affäre Sagan bewegte das Peloton aber auch am Donnerstag noch. Sagans deutsches Team Bora-hansgrohe erklärte offiziell, dass es die Entscheidung vom Internationale Sportgerichtshof CAS überprüfen lassen werde. Bora bezog sich dabei darauf, dass Sagan vor seinem Ausschluss entgegen der Regularien seine Position nicht habe darlegen dürfen. Es dauerte jedoch nicht lange, bis der CAS den Antrag ablehnte. Ohnehin war unklar geblieben, unter welchen Umständen oder Bedingungen eine Rückkehr zur Tour überhaupt möglich gewesen wäre. Nach wie vor sei Bora der Ansicht, "dass Peter Sagan den Sturz Mark Cavendishs nicht - geschweige denn wissentlich - verursacht hat", hatte das Team erklärt.

Im Rennen war der Massensprint keine Überraschung. Die Teams Lotto-Soudal für Greipel und Katjuscha-Alpecin mit Tony Martin für den Norweger Alexander Kristoff leisteten eingangs des Finales das Gros der Nachführarbeit hinter einem Ausreißertrio, dass sich in der Sommerhitze wenig aussichtsreich über Stunden an der Spitze aufgehalten hatte. "Heißer muss es nicht mehr werden", hatte vor dem Etappenbeginn ein äußerst entspannter Kittel der ARD gesagt - an seiner Zielstellung ließ er keinen Zweifel: "Wir wollen natürlich auf Sieg fahren." Kittel deutete außerdem an, dass er nach dem Tour-Aus von Sagan durchaus das "Maillot vert" als realistische Möglichkeit sieht: "Démare ist der Mann, den es zu schlagen gilt", sagte er bei Eurosport. Beim Zwischensprint hatte es jedoch nicht den Anschein, als verfolge Kittel dieses Ziel mit aller Konsequenz.

Überragende Verfassung

Auch John Degenkolb hielt im Finale mit und wurde Zehnter, allerdings noch geschwächt von seinem heftigen Sturz vom Dienstag. "Ich fühle mich ein bisschen besser - glücklicherweise", sagte der gebürtige Thüringer in einer Videobotschaft vor dem Start der Etappe.

Am Freitag gibt es für Kittel, Greipel und Co. in Nuits-Saint-Georges mitten im Burgund bereits die nächste Chance. Nach 213,5 km wäre alles andere als ein erneuter Sprint royal eine große Überraschung. Auch der Kampf um das Grüne Trikot könnte dann noch spannender werden, wenn Kittel seine überragende Verfassung erneut unter Beweis stellt.

jhr (sid, dpa)

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