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Sport

Kittel gewinnt in Lüttich

Der deutsche Topsprinter Marcel Kittel holt sich den Sieg auf der zweiten Etappe der Tour de France und schlüpft ins Grüne Trikot. Und das, obwohl auf der Zielgeraden in Lüttich nichts nach Plan verläuft.

Sekunden nach der Zieldurchfahrt kauerte Marcel Kittel auf dem Boden und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Gerade hatte der deutsche Sprinter in Lüttich die zehnte Tour-de-France-Etappe seiner Karriere gewonnen, knapp vor dem Franzosen Arnaud Demare und seinem Landsmann Andre Greipel. Siege bei der Frankreichrundfahrt sind auch für den 29-jährigen Kittel längst keine Routine.

"Ich bin super-happy, dass ich diesen Sieg heute holen konnte", freute sich der Quick-Step-Profi nach der Ehrung. "Es war so ein toller Start mit so vielen Leuten, die uns in Deutschland zugejubelt haben. Ich wollte diesen Sieg, in Deutschland eine Etappe zu gewinnen, war das ganz große Ziel."

Dem Erfolg auf der zweiten Etappe der Tour 2017 war harte Arbeit vorausgegangen. Eine Gruppe um den US-Profi Taylor Phinney hatte sich bald nach dem Start in Düsseldorf abgesetzt und war stundenlang mit zwei bis drei Minuten Vorsprung vor dem Feld durch den westlichsten Zipfel Deutschlands in Richtung Belgien geradelt. Ein Abstand, der für die großen Sprinterteams stets kontrollierbar schien.

Doch dann ereignete sich im Dauerregen rund 20 Kilometer vor dem Ziel ein Sturz, in den etliche Fahrer, darunter Topfavorit und Titelverteidiger Chris Froome verwickelt waren. Der Pulk reduzierte das Tempo merklich, um auf die Pechvögel zu warten, die inzwischen nur noch zwei Ausreißer dagegen hielten knapp eine Minute Vorsprung auf die Verfolger.

Durcheinander auf der Zielgeraden

Radsport Tour de France Tag 2 Ziel Marcel Kittel (Getty Images/B. Lennon)

Freude beim Etappensieger und den Teamkameraden

Erst in den Straßen von Lüttich hatten sich die Sprintzüge formiert, der Abstand schmolz Sekunde um Sekunde. Weniger als einen Kilometer vor dem Zielstrich waren dann auch die letzten Flüchtigen gestellt, der eigentliche Sprint konnte beginnen. Der verlief aus Sicht von Marcel Kittel ziemlich chaotisch: "Unser Plan hat überhaupt nicht funktioniert, ich war alleine, kam viel zu spät und bin von Hinterrad zu Hinterrad gesprungen und an die Spitze gefahren. Und das hat irgendwie funktioniert."

Andre Greipel, immerhin Dritter und nur knapp geschlagen, konnte Kittel nur noch gratulieren: "Der Schnellste hat heute einfach gewonnen". Auch in der ewigen Bestenliste hat Greipel Kittel nun im Nacken. Hier führt Erik Zabel mit zwölf vor Greipel mit elf und Kittel mit zehn Etappensiegen. Kittel schlüpfte in Lüttich überdies als punktbester Fahrer ins Grüne Trikot.

In der Gesamtwertung verbesserte sich Kittel durch die Zeitgutschrift für seinen Tageserfolg auf Rang drei, das Gelbe Trikot verteidigte der Brite Geraint Thomas vom Team Sky, der etwas überraschend das Einzelzeitfahren zum Auftakt der Tour in Düsseldorf für sich entschieden hatte.

 

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