1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Deutschland

Kita-Streiks: Anerkennung durch mehr Lohn

Erzieherinnen und Sozialarbeiter in Kitas sollen besser bezahlt werden. Mit diesem Vorschlag wollen die Schlichter den zähen Tarifkonflikt beenden. Den Streikenden war es aber nicht nur ums Geld gegangen.

Zwei bis viereinhalb Prozent, oder umgerechnet 33 bis 160 Euro mehr Geld im Monat, je nach Berufsgruppe: Mit diesem Schlichterspruch wäre ein Durchbruch ohne weitere Streiks zum Greifen nahe – falls die Kämmerer mitspielen. Denn die kommunalen Kassenwarte hatten nachdrücklich auf die wirtschaftlichen Folgen einer besseren Bezahlung für die Kita-Erzieherinnen, Kinderpflegerinnen und Sozialarbeiter hingewiesen.

"Klar ist: Das Gesamtvolumen des Schlichterspruchs ist für die kommunalen Arbeitgeber außerordentlich schwierig, auch wenn es deutlich unter den Gewerkschaftsforderungen liegt", sagte denn auch der Lüneburger Oberbürgermeister Ulrich Mädge, der für den kommunalen Arbeitgeberverband VKA Mitglied der Schlichtungskommission war. "Wir haben diesem Ergebnis zugestimmt, um die Belastungen für die Kinder und ihre Eltern durch die Streiks endgültig zu beenden."

"Generelle Aufwertung des Berufs ist noch nicht erreicht"

Die Gewerkschaft Verdi begrüßte, dass für alle Beschäftigtengruppen Verbesserungen erreicht worden seien. "Die generelle und überfällige Aufwertung des gesamten Berufsfeldes ist aber noch nicht erreicht", bedauerte Verdi. Der Verhandlungsführer des Beamtenbunds dbb, Andreas Hemsing, sprach von einer "guten Grundlage für die nächste Verhandlungsrunde". An diesem Mittwoch sollen mehr als 300 Verdi-Streikdelegierte in Frankfurt am Main die Empfehlung bewerten. Am Abend sollen die Tarifverhandlungen dann in Offenbach auf Spitzenebene in die Schlussrunde gehen.

Die Schlichter verhandelten gemeinsam mit je zehn Vertretern von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite, nachdem der Tarifstreit zuvor festgefahren war und Streiks zahlreiche Kitas zum Teil fast vier Wochen lang lahmgelegt hatten. Begonnen hatten die Tarifverhandlungen im Februar. Die Gewerkschaften hatten Einkommenserhöhungen für die rund 240 000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst im Umfang von durchschnittlich zehn Prozent gefordert - eine pauschale Erhöhung hatten die Arbeitgeber jedoch stets abgelehnt.

rb/sti (afp, dpa, epd)