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Asien

Kirgisistans Präsident auf der Flucht

Der bisherige Präsident Kurmanbek Bakijew ist aus der Landeshauptstadt Kirgisistans geflohen. Die Opposition festigt ihre Macht und bildet eine neue Regierung.

Kurmanbek Bakijew (Foto: AP)

Kurmanbek Bakijew (Archivbild)

Kirgisistan steht vor einem Machtwechsel: Nach den blutigen Unruhen hat Präsident Kurmanbek Bakijew offenbar die Landeshauptstadt Bischkek verlassen. Mit einem Flugzeug sei er in die Stadt Osch im Westen des Landes geflohen, teilte das Verteidigungsministerium am Mittwochabend (07.04.2010) mit. Die Stadt liegt an der Grenze zu Usbekistan.

Auch ein Mitarbeiter der Flughafenbehörden sagte aus, der Präsident sei mit einem kleinen Flugzeug weggeflogen. Aus kasachischen Sicherheitskreisen hieß es dagegen zunächst, Bakijew habe sich in die Nachbarrepublik Kasachstan abgesetzt.

Machtübernahme der Opposition

Demonstration (Foto: DW)

Bei den Unruhen wurde eine unbekannte Zahl von Menschen getötet

Die Opposition konnte unterdessen nach eigenen Angaben die Macht in Bischkek festigen. "Die Macht ist nun in der Hand der Regierung des Volkes", sagte die frühere Außenministerin und Oppositionsführerin Rosa Otunbajewa im staatlichen Rundfunk. "Verantwortungsvolle Leute sind ausgewählt worden und kümmern sich schon um eine Normalisierung." Sie werde die Regierung leiten, die dann eine neue Verfassung ausarbeiten solle.

Die Opposition habe die Zentrale des Sicherheitsdienstes und mehrere Regierungsgebäude besetzt, teilte Otunbajewa weiter mit. Der Oppositionspolitiker Temir Sarijew erklärte, der bisherige Ministerpräsident Danijar Ussenow und sein Kabinett hätten ihren Rücktritt erklärt.

Blutige Unruhen

Brennendes Auto (Foto: DW)

Bei den Protesten haben Demonstranten Autos angezündet

In der ehemaligen Sowjetrepublik war es am Dienstagabend nach einer massiven Erhöhung der Strom- und Heizkosten überraschend zu schweren Unruhen gekommen. Die Opposition wirft Bakijew Machtmissbrauch und Korruption vor. Nach Angaben der Opposition kamen bei den Unruhen rund hundert Menschen ums Leben, als die Polizei versuchte, den Aufstand niederzuschlagen. Das Gesundheitsministerium sagte dagegen, es seien wenigstens 65 Menschen getötet und mehr als 400 verletzt worden.

Russland wies unterdessen Spekulationen zurück, an den Geschehnissen in Kirgisistan beteiligt gewesen zu sein. Die Regierung Bakijew habe Fehler gemacht, sagten Ministerpräsident Wladimir Putin und Präsident Dmitri Medwedew. "Kirgisistan war und bleibt ein strategischer Partner Russlands", sagte Medwedew in Prag.

Autor: Dirk Eckert (afp, dpa)

Redaktion: Walter Lausch

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