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Fokus Osteuropa

Kirgisischer Botschafter fordert Westen zu objektiver Bewertung auf

Unmittelbar vor den dramatischen Ereignissen warnte der kirgisische Botschafter Askar Sarigulow in einem DW-Interview vor einer Eskalation der Gewalt. Er forderte eine objektive Schiedsrichterrolle des Westens.

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DW-RADIO/Russisch: Herr Botschafter, wie schätzen Sie die Lage in Kirgisistan ein?

Askar Sarigulow: Das, was in den letzten drei Wochen in Kirgisistan geschah, muss man in zwei Etappen unterteilen. Die erste Etappe sind die Wahlen, die am 14. März abgeschlossen wurden, und es gab Erklärungen von der OSZE und anderen Organisationen, die trotz Verstöße die Wahlen insgesamt aber als absolut legitim anerkannt haben. Das heißt, dass die Wahlen gültig sind. Die dramatischen Ereignisse begannen nach diesen Erklärungen. Wie Sie wissen gab es Ereignisse im Süden. Ich bin der Ansicht, dass diejenigen, die sich heute als Opposition bezeichnen, Menschen sind, die die Unzufriedenheit gewisser Bevölkerungsschichten und die Unzufriedenheit gewisser unterlegener Politiker ausgenutzt haben, um die Atmosphäre weiter anzuheizen. Gleich danach kamen die Forderungen nach einem Rücktritt des Präsidenten und nach Neuwahlen auf, was meiner Ansicht nach gesetzwidrig ist. Weil die Wahlen als legitim anerkannt wurden, ist auch das Parlament als legitim anerkannt worden. Also besteht keine Notwendigkeit für Neuwahlen. Wir haben einen absolut legitimen Präsidenten, dessen Amtszeit im Oktober dieses Jahre abläuft. Ich denke, dass hinter den demokratischen Losungen und den Aufrufen nur der reale Kampf um die Macht steht, das Bestreben von Menschen, an die Macht zu kommen und zu regieren.

Wie soll sich Ihrer Meinung nach der Westen in diesem Konflikt verhalten?

Wir meinen, dass der Westen die Ereignisse absolut objektiv bewerten muss und für keine der Seiten Stellung beziehen darf, sondern als objektiver Schiedsrichter auftreten sollte, um Blutvergießen und eine Eskalation der Gewalt zu verhindern.

Das Interview führte Nikita Jolkver
DW-RADIO/Russisch, 24.3.2005, Fokus Ost-Südost