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Aktuell Kultur

Kirchenkritiker Deschner gestorben

Bekannt wurde der Schriftsteller mit seiner "Kriminalgeschichte des Christentums", in der er mit der "Religion der Nächstenliebe" abrechnete. Karlheinz Deschner starb bereits am 8. April im Alter von 89 Jahren.

Er war einer der schärfsten und bedeutendsten Kirchenkritiker in Deutschland. "Aufklärung ist Ärgernis, wer die Welt erhellt, macht ihren Dreck deutlicher" - so formulierte er sein Lebensmotto.

In seinem Werk widmete er sich intensiv der Dokumentation von Untaten der Kirche sowie Widersprüchen zwischen den Geboten Christi und der Praxis der Kirche. In den 1960er Jahren untersuchte er die Rolle der Kirche im Faschismus, später schrieb er eine "Sexualgeschichte des Christentums" und einen "Anti-Katechismus". Ende der 1990er Jahre veröffentlichte er sein Buch "Oben ohne. Für einen götterlosen Himmel und eine priesterfreie Welt".

Karlheinz Deschner wurde am 23. Mai 1924 in Bamberg geboren. Mit elf wollte er Priester werden, studierte aber dann nach dem Zweiten Weltkrieg neuere deutsche Literatur, Philosophie und Geschichte. 1951 heiratete er. Doch weil seine Frau geschieden war, wurde er von der katholischen Kirche exkommuniziert. "Ich schreibe aus Feindschaft. Denn die Geschichte derer, die ich beschreibe, hat mich zu ihrem Feind gemacht", so Deschner.

Für sein aufklärerisches Engagement erhielt er den Arno-Schmidt-Preis. Zudem wurde er mit dem Alternativen Büchnerpreis und - als erster Deutscher - mit dem International Humanist Award ausgezeichnet.

kd/KK (dpa/epd)