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Aktuell Welt

Kirchen fordern Frieden und Barmherzigkeit

Mit Gottesdiensten, Andachten und Prozessionen haben Christen in aller Welt des Leiden und des Todes Jesu Christi gedacht. Papst Franziskus erinnerte bei der Kreuzweg-Zeremonie in Rom an die Opfer von Krieg und Gewalt.

Ein Kreuz vor dem Kolosseum in Rom (Foto: Reuters)

Ostern 2013 in Rom Papst Franziskus

Im Mittelpunkt der Zeremonie im antiken Kolosseum (Artikelbild) standen die Ängste und Hoffnungen im Nahen Osten. Die Texte und Meditationen für den Kreuzweg hatten junge Christen aus dem Libanon und der maronitische Patriarch des Landes, Béchara Boutros Raï, verfasst.

In einer kurzen Ansprache erklärte Papst Franziskus, die Antwort Gottes auf das Böse der Welt sei das Kreuz Christi, ein Wort, das Liebe, Barmherzigkeit und Vergebung ausdrücke. Vor mehreren Tausend Gläubigen aus aller Welt rief Franziskus zum Gebet für die Opfer von Krieg und Gewalt im Nahen Osten und anderen Regionen der Erde auf. Franziskus betonte auch die Freundschaft zu "so vielen unserer muslimischer Brüder" und nahm Bezug auf eine Reise seines Vorgängers Benedikt XVI. im vergangenen Jahr in den Libanon. Das neue Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche verfolgte die Zeremonie von einer erhöhten Terrasse gegenüber dem erleuchteten antiken Monument.

Papst Franziskus verfolgt die Kreuzweg-Zeremonie im Kolosseum in Rom (Foto: Getty Images)

Papst Franziskus verfolgt die Kreuzweg-Zeremonie im Kolosseum in Rom

Am Karfreitag gedenken die Christen der Leidenszeit und des Todes von Jesus Christus. Der biblischen Überlieferung nach wurde der Sohn Gottes an diesem Tag in Jerusalem verurteilt und auf dem Hügel Golgatha gekreuzigt. Schon seit dem frühen Christentum wird der Freitag vor Ostern als Tag der Buße, des Fastens und des Gebets begangen. An Ostern wird die Auferstehung Jesu gefeiert.

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Karfreitag in Jerusalem und Rom

In der Altstadt von Jerusalem lockte die Karfreitagsprozession in diesem Jahr besonders viele Gläubige und Schaulustige an. Das Gedränge in den engen Gassen war noch größer als üblich. Nach altem Brauch führten Franziskaner-Mönche den Zug der Gläubigen durch die Via Dolorosa an. Die Prozession endete in der Grabeskirche, die sich der Überlieferung nach über dem Kreuzigungshügel Golgotha erhebt. Die israelischen Sicherheitskräfte waren wie jedes Jahr in erhöhter Alarmbereitschaft. Zwischenfälle wurden nicht gemeldet.

In Deutschland mahnten die beiden großen christlichen Kirchen Barmherzigkeit mit den Armen an und forderten ein Umdenken in der Finanz- und Wachstumspolitik. Es dürfe kein "Weiter so wie bisher" geben, sagte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, der Nachrichtenagentur dpa. Soziale Not werde in Deutschland zu wenig thematisiert. "Die wachsende Armut, gerade in den Großstädten, kann uns doch nicht mehr ruhig schlafen lassen", mahnte der Erzbischof von Freiburg. Verarmung und Altersarmut stellten eine große Gefahr für den sozialen Frieden dar.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, verwies in seiner Karfreitagsbotschaft auf den Bürgerkrieg in Syrien und rief dazu auf  "Wege jenseits der Gewalt" zu finden und "der Logik des Krieges zu widerstehen". Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, folgte mit einem Gottesdienst in einem Gefängnis dem Beispiel von Papst Franziskus, der an Gründonnerstag die traditionelle Fußwaschung in einer Jugendhaftanstalt zelebriert hatte.

wl/se (dpa, afp, kna, epd)

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