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Nigeria

Kirche in Nigeria bricht zusammen - viele Tote

Katastrophe beim Gottesdienst: Eine halb fertige Großkirche in Nigeria ist voll besetzt, als das Gebäude einstürzt. Viele Menschen werden unter den Trümmern begraben. Die Zahl der Toten ist noch Stunden danach unklar.

Beim Einsturz einer vollbesetzten Kirche im Süden Nigerias sind viele Gottesdienstbesucher getötet worden. Die genaue Zahl der Toten in der Stadt Uyo war auch am Sonntagnachmittag noch ungewiss. Mehr als 200 Leichen seien in sein Krankenhaus gebracht worden, zitierte die Zeitung "Punch" den Chef der örtlichen Universitätsklinik, Etete Peters. "Doch noch immer werden mehr Leichen hergebracht." Zunächst war von etwa 50 Menschen die Rede gewesen.

Das Gebäude der Reigners Bible Church stürzte am Samstagmittag aus noch unbekannter Ursache während eines Gottesdienstes ein. Die Kirche war Augenzeugen zufolge Schauplatz eines Festgottesdienstes zur Bischofsordination von Akan Weeks und deshalb voll besetzt. Rund 30 Minuten nach Beginn des Gottesdienstes sei zunächst das Dach eingestürzt, dann sei das Gebäude zusammengefallen. Weeks überlebte das Unglück.

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Kirchen-Einsturz in Nigeria - Einschätzungen von Adrian Kriesch

"Ein schwarzer Samstag"

Der Journalist Okon Ukpong, der bei dem Einsturz zugegen war, berichtete von Dutzenden Menschen, die unter den Trümmern eingeklemmt gewesen seien. Viele seien gestorben, bevor die Helfer den Unglücksort erreicht hätten. "Es war in der Tat ein schwarzer Samstag für uns hier." Auch Stunden nach dem Unglück bargen Suchmannschaften noch Opfer aus den Trümmern des Gotteshauses. Unter den Toten waren auch Regierungsvertreter, die als Ehrengäste anwesend waren. Zwei Kräne seien zum Einsatz gekommen, um Dachtrümmer anzuheben und zu den Opfern vordringen zu können. Der Neubau habe rund 10.000 Menschen Platz bieten sollen, hieß es.

Der Gouverneur der Provinz Akwa Ibom, Udom Emmanuel, der bei dem Unglück mit einem Schrecken davonkam, schrieb auf einer Facebook-Seite, es sei das "schockierendste Ereignis" in der Geschichte des Bundesstaats. In einer Erklärung rief er dazu auf, Ruhe zu bewahren und für die Verletzten zu beten. Außerdem ordnete er eine Untersuchung des Vorfalls an und verhängte zwei Tage Trauer über den Bundesstaat. Der nigerianische Staatspräsident Muhammadu Buhari sprach den Angehörigen der Opfer in der Provinz Akwa Ibom auf Twitter sein Beleid aus: "Jede Tragödie, die einen Teil Nigerias trifft, trifft uns alle."

Die "Reigners Bible Church" ist nach eigenen Angaben eine der am schnellsten wachsenden Kirchengemeinden in der Region. Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land in Afrika und hat die größte christliche Gemeinschaft des Kontinents. Etwa die Hälfte der Bevölkerung sind Muslime. 45 Prozent sind Christen, die oft evangelikalen oder Freikirchen angehören. Während die Muslime im Norden wohnen, leben die Christen im Süden.

Mädchen als Selbstmordattentäter

Eine neue Bluttat wird derweil aus dem Nordosten Nigerias gemeldet. Zwei kleine Mädchen sprengten sich auf einem belebten Markt in der Stadt Maiduguri in die Luft. Sie rissen mindestens einen Menschen mit in den Tod und verletzten 18 Menschen. Das teilte der Gouverneur des Bundesstaates Borno, Kashim Shettima, mit. Er besuchte die Verletzten im Krankenhaus. Demnach sprengte sich zuerst das eine der Mädchen in die Luft. Das andere Mädchen zündete seinen Sprengstoffgürtel, als Menschen den Opfern zur Hilfe eilten. Ein Mitglied der örtlichen Bürgerwehr sagte, die Attentäterinnen seien "sieben oder acht Jahre alt" gewesen. Bisher hat sich niemand zu der Tat bekannt. Derartige Attentate gehen meist auf die Islamistengruppe Boko Haram zurück. Erst am Freitag waren im Nordosten Nigerias bei einem Doppelanschlag von Boko Haram mindestens 45 Menschen getötet und 33 weitere verletzt worden.

kle/haz (dpa, epd, afp)

 

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