Kippt der Verkauf griechischer Flughäfen an Fraport? | Aktuell Europa | DW | 14.02.2015
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Aktuell Europa

Kippt der Verkauf griechischer Flughäfen an Fraport?

Die neue Regierung in Athen hat den bereits beschlossenen Verkauf von 14 Flughäfen an den Betreiber des Frankfurter Flughafens, Fraport, vorerst gestoppt. Ist das nur Taktik vor dem Eurogruppentreffen am Montag?

Die neue griechische Links-Rechts-Regierung stellt den geplanten 1,2 Milliarden Euro-Deal auf den Prüfstand: "Der Vertrag wurde noch nicht ratifiziert und wir haben darum gebeten, ihn bis zu einer Überprüfung auf Eis zu legen", sagte Staatsminister Alekos Flabouraris im griechischen Fernsehen.

Das bislang größte Privatisierungsvorhaben des hochverschuldeten Staates steht seit November vergangenen Jahres. Die damalige konservative Regierung hatte Fraport und dem griechischen Partner Copelouzos Group den Zuschlag für den Kauf der Regionalflughäfen gegeben - darunter Thessaloniki, Korfu, Mykonos, Rhodos und Santorin.

Die Regierung ging damit auf eine Forderung der internationalen Kreditgeber ein, die Athen im Gegenzug für das milliardenschwere Hilfspaket ein umfangreiches Privatisierungsprogramm auferlegt hatten. Die endgültigen Verträge müssen aber noch ausgehandelt werden.

Kein Kommentar von Fraport

Das vom linksgerichteten Syriza-Chef Alexis Tsipras geführte neue Kabinett lehnt den Spar- und Reformkurs der Vorgängerregierung jedoch entschieden ab. Er hat bereits eine Reihe von Privatisierungen abgeblasen, darunter den Verkauf des Hafens von Piräus und eines Energieversorgers.

Eine Mitarbeiterin der Fraport-Pressestelle sagte zu den Äußerungen des griechischen Staatsministers, ihr Unternehmen kommentiere grundsätzlich keine laufenden Verhandlungen. Solange vom Partner Copelouzos kein anderes Signal komme, "planen wir normal weiter", fügte sie hinzu.

Fraport hatte sich noch vor einer Woche zuversichtlich gezeigt, dass der Abschluss des Vertrages zustande kommt. Fraport will mindestens zwei Drittel der Anteile an dem Flughafen-Konsortium halten. Damit entfielen mindestens 800 Millionen Euro vom Kaufpreis auf das Unternehmen.

Griechen heben Geld ab

Am Montag will die Eurogruppe erneut in Brüssel tagen, um über die griechische Schuldenpolitik zu beraten. Die Regierung in Athen lehnt weitere Kürzungen im Etat ab - die Geldgeber hingegen wollen, dass das versprochene Sparprogramm eingehalten wird. Auch die Banken spüren die Verunsicherung immer deutlicher. Die Einlagen auf den Konten sind nach Angaben aus Branchenkreisen in Athen inzwischen auf den niedrigsten Stand seit Ausbruch der schweren Schuldenkrise gefallen.

Nach einem Bericht der konservativen Zeitung "Kathimerini" haben die Menschen in Griechenland seit November 2014 insgesamt schon rund 20 Milliarden Euro abgehoben. Die Bürger hätten demnach Angst, dass sich die Finanzlage des Landes wegen der Unstimmigkeiten zwischen Athen und der EU schlagartig verschlechtern könnte.

nem/wl (rtr, afp, dpa)