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Aktuell Amerika

Kinoschütze von Colorado vor Gericht

Zweieinhalb Jahre nach dem Massaker in einem Kino muss sich der Amokläufer vor Gericht verantworten. Bei der Verhandlung wird es im Wesentlichen darum gehen, ob der Angeklagte zur Tatzeit zurechnungsfähig war.

Laut Anklage soll der heute 27-jährige James Holmes in der Nacht zum 20. Juli 2012 in dem Vorort Aurora in einem Kino zwölf Menschen getötet und 58 verletzt haben. Die Tat hätte einem Horrorfilm entspringen können: Mit Gasmaske und Schutzweste vermummt drang der Täter in den Kinosaal ein, wo gerade ein neuer "Batman"-Film gezeigt wurde. Bevor er schoss, warf er Rauchbomben und versprühte Tränengas.

Todesstrafe oder Psychiatrie

Die Ankläger wollen im Prozess aufzeigen, dass Holmes seine Tat monatelang plante, sich ein Waffenarsenal zulegte und seine Wohnung mit mehreren Sprengfallen versah, die ganz offensichtlich für die Ermittler gedacht waren. Sollte die Jury der Anklage folgen, droht dem Schützen die Todesstrafe.

Die Verteidiger haben im Namen des Angeklagten auf "nicht schuldig" plädiert. Sie halten Holmes zur Tatzeit für nicht schuldfähig. Er habe sich damals in einer psychisch besonders schwierigen Phase befunden. Vor der Tat habe er sich einer Psychologin der Universität Denver offenbart. Diese habe die Universität über die Gefährlichkeit des jungen Mannes informiert. Wird im Prozess eine Unzurechnungsfähigkeit festgestellt, könnte Holmes lebenslang in die Psychiatrie eingewiesen werden.

Neues Erscheinungsbild

James Holmes mit rotgefärbten Haaren (Foto: Reuters)

James Holmes kurz nach seiner Festnahme

Der Angeklagte erschien zum Prozessauftakt in einem graublauen Sakko, blau-weiß gestreiftem Hemd und bräunlicher Hose. Er trug einen Bart, Kurzhaarschnitt und eine Hornbrille. Sein Eindruck war ganz anders als bei seinen ersten Gerichtsauftritten nach der Festnahme, wo er feuerrot gefärbte, wild abstehende Haare trug.

Zu Beginn des Prozesses muss die Jury ausgewählt werden – es ist das größte Verfahren dieser Art in der amerikanischen Rechtsgeschichte. Die Geschworenen werden aus einer Gruppe von 9000 Kandidaten ausgesucht. Jeder von ihnen muss zunächst einen Fragebogen ausfüllen, die direkte Befragung wird dann erst Mitte Februar beginnen. Nach Gerichtsangaben ist mit dem Eröffnungsplädoyer nicht vor Juni zu rechnen, mit einem Urteil wohl kaum vor Ende des Jahres.

fab/bri (dpa, AP)