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Filme

Kino zum Lesen: Sofia Coppola

Mit nur vier Filmen in den Kino-Olymp: Die amerikanische Regisseurin ist Kult. Ihr Film "Lost in Translation" hat Kinogeschichte geschrieben.

Eigentlich erstaunlich, dass es Sofia Coppola und ihr fünfter Film "The Bling Ring" (unser Bild) nicht in den Wettbewerb der Filmfestspiele in Cannes geschafft hat, sondern "nur" in die Nebenreihe "Un certain regard". In dem jüngsten Werk der noch jungen Regisseurin, geht es um ein paar junge Leute, die in die Häuser von Prominenten einbrechen. Der Film eröffnet in diesen Tagen die Nebensektion in Cannes, von der manche meinen, dort laufen die interessanteren Filme.

Um Häuser im speziellen geht es unter anderem auch in dem ersten Buch über Sofia Coppola. Häuser jeglicher Art, ob Hotels oder Schlösser, spielen in ihren Filmen eine immens wichtige Rolle. Und überhaupt die Dinge. Warum sind Objekte in Coppolas Filmen so wichtig? Das fragt einer der Autoren im Band und weist auf den speziellen Umgang der Regisseurin mit kinematografischen Objekten in ihren Filmen hin.

Und warum gelten die Werke der Tochter des berühmten Francis Ford Coppola als so ungemein modern, dass sie meist im Zusammenhang mit der Worthülse "Kult" zitiert werden? Eine Antwort lautet: Coppolas besonderer Zugriff, der ihre Filme von anderen nachmodernen Filmen unterscheide, besteht darin, Figuren zu zeigen, die keine Liebesbeziehungen haben. Vielmehr sähe man ihnen dabei zu, wie sie verschiedene Tätigkeiten ausüben, die Zeit totschlagen.

Eine andere Autorin kommt zu dem Schluss, dass die besondere Leistung von Coppolas filmischem Ansatz darin läge, dass ihre Werke nicht in erster Linie inszeniert wirken, sondern einen "offenen Blick" pflegen. Andere Filme wären häufig durch komplizierte Sinnkonstruktionen verstellt und durch komplexe Handlungsanforderungen verdeckt. Bei Sofia Coppola hingegen bliebe der Blick immer offen, frei und neugierig.

Film-Konzepte, Band 29, hrsg. von Johannes Wende, edition text + kritik, 112 Seiten, ISBN 978-3-86916-247-8.

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