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Kultur

Kino zum Lesen: Inszenierung des Alter(n)s

Die Gesellschaft altert. Das greift die Kultur auf. Auch das Kino. Doch spiegeln Filme die Lebenswirklichkeit der Seniorinnen und Senioren wider?

Gloria ist auf der Suche nach Liebe. Eine Frau im reifen Alter auf der Suche nach einen bisschen Glück. Der chilenische Film "Gloria" begeisterte im Februar das Publikum der Berliner Filmfestspiele und Paulina García (unser Bild) wurde mit dem Preis für die beste Darstellerin ausgezeichnet. "Gloria" ist aktuellstes Beispiel für den Trend im Kino, auch ältere Charaktere in den Mittelpunkt zu stellen. Insgesamt ist die Beschäftigung mit einer immer älter werdenden Gesellschaft und dem Interesse dieser Menschen an Themen, die sie ganz direkt betreffen, noch neu.

Um ältere Charaktere in Filmen geht es auch in dem Buch "Inszenierung des Alter(n)s" von Nina Alexandra Roser. Die Autorin beschäftigt sich in erster Linie mit deutschen Filmen jüngeren Datums: "Schultze gets the blues", "Kirschblüten - Hanami" oder "Wolke 9".

"Ich habe keine Zeit mehr, meine Zeit zu verschwenden" sagt die Protagonistin in einem im Buch zitierten Film und bringt damit auf den Punkt, um was es älteren Menschen geht: "Sie sind sich darüber bewusst oder realisieren im Laufe der Ereignisse, dass ihnen nicht mehr viel Zeit im Leben bleibt, die Dinge zu tun, die ihnen am Herzen liegen." Das Kino mache dann aber oft mehr daraus, als im realen Leben möglich ist, schreibt Roser. Das zeichne das Kinos aber oft aus: Filme seien nicht daran gebunden Reales wiederzugeben, sondern eigenen Gesetzen zu folgen. Es ist also beides, was in den Filmen über ältere Menschen behandelt wird: Realität und Traum, Glück und Tristesse - wie in "Gloria", der in Kürze (am 8. August) in den deutschen Kinos startet.

Nina Alexander Roser: Inszenierung des Alter(n)s), Leipziger Universitätsverlag (ISBN 978 3 86583 735 6)

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