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Asien

King Khan – außer Konkurrenz

Er entspricht dem Typ Schwiegersohn, dem netten Kerl von nebenan. Doch King Khan regiert die Filmszene in Bollywood und hat Millionen von Fans weltweit. Bei der Berlinale zeigt er, dass er mehr als nur tanzen kann.

(Foto: dpa)

Eine Szene aus Khans neuem Film "My Name Is Khan".

Der Bollywood-König Shah Rukh Khan stellt bei der Berlinale seinen neuen Film "My Name is Khan" vor - außer Konkurrenz. Und anders als man ihn bisher kannte. Denn bisher überzeugte Khan vor allem tänzerisch in über 70 typischen Bollywood-Streifen, wie zum Beispiel der melodramatischen deutsch-indischen Liebesgeschichte "In guten wie in schweren Tagen". Doch jetzt zeigt der Beau, dass er auch anders kann. In "My Name is Khan" spielt der 44-Jährige einen indischen Muslim, der unter Autismus leidet. Seine Familie wird durch die Islamophobie nach den Anschlägen des 11. September auseinander gerissen. Der Filmheld "Khan" versucht seine Liebe und seine Würde zu retten.

"King Khan" hat mit dem Filmheld einiges gemeinsam

(Foto: AP)

Mumbai ist voll mit Khan-Plakaten.

Vielleicht spielt Khan diese Rolle auch, weil er sich mit ihr besonders identifizieren kann. Schließlich gibt es einige Parallelen zwischen den Erlebnissen des Filmhelden Khan und "King Khan". In seinem neuen Film wird beispielsweise das "Racial Profiling" von Muslimen an Flughäfen thematisiert. Und davon kann der Bollywood-König ein Lied singen. Denn auch er wurde aus der Schlange am Flughafen von Newark bei New York herausgefiltert und musste stundenlang in einem extra Wartesaal ausharren. Der Grund: sein muslimischer Name.

Engagement für religiöse Toleranz

Shah Rukh Khan setzt sich immer wieder für religiöse Toleranz ein. Und er lebt sie. Khan stammt aus einer muslimischen Familie aus dem heute pakistanischen Peschawar, ist aber in Neu-Delhi geboren und aufgewachsen. Seine Frau ist Hindu, ihre beiden Kinder werden in beiden Religionen erzogen.

(Foto: UNI)

Shah Rukh Khan mit dem Regisseur Karan Johar.

Seine öffentlichen Einsätze für religiöse Toleranz hingegen werden nicht von allen geschätzt, denn Khan hat sich jetzt mit nationalistischen Hindu-Extremisten in Mumbai angelegt. Khan, der selbst eine Kricketmannschaft besitzt, hatte sich dafür ausgesprochen, auch pakistanische Spieler in der indischen Profi-Kricketliga spielen zu lassen. Die indische Regierung jedoch hatte - inoffiziell - genau davon nach den Attentaten von Mumbai im Jahr 2008 abgeraten.

Khan, Kricket und Krawalle

Nun protestieren Tausende Hindu-Extremisten in Mumbai gegen Khan. Genauer: Sie blockieren Kinos, in denen der gerade gestartete Film "My Name is Khan" gezeigt wird. Die Bilanz bisher: fast 2000 Demonstranten wurden festgenommen, über 20.000 Polizisten wurden zum Schutz der Kinogänger eingesetzt. Viele Kinos haben aus Angst vor Krawallen den Film aus dem Programm genommen.

Die Extremisten fordern nun, dass Khan seine Forderung nach pakistanischen Profi-Kricketspielern zurücknimmt. Doch Khan weigert sich: "Ich habe nichts Falsches gesagt". Mit seiner Standhaftigkeit zeigt er Rückgrat und riskiert gleichzeitig Millionen, die er in den Film "My Name is Khan" investiert hat.

Autorin: Miriam Klaussner (mit dpa/rtr/AP)
Redaktion: Mathias Bölinger

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