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Aktuell Afrika

Kindesmissbrauch durch französische Soldaten in Afrika?

Französische Soldaten sollen in der Zentralafrikanischen Republik mehrere Kinder vergewaltigt haben. Der UN-Mitarbeiter, der die Strafverfolgung der mutmaßlichen Täter ermöglichte, wurde dafür suspendiert.

Zwei französische Soldaten grüßen im Mai 2014 eine Mutter und ihr Kind auf einer Brücke in der Stadt Bambari (Foto: AP)

Zwei französische Soldaten grüßen im Mai 2014 eine Mutter und ihr Kind auf einer Brücke in der Stadt Bambari

Die Pariser Justiz geht Vorwürfen nach, wonach französische Soldaten in der Zentralafrikanischen Republik Kinder missbraucht haben sollen. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits im Juli 2014 Vorermittlungen wegen sexueller Übergriffe eingeleitet, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. "Sollten sich die Vorwürfe bestätigten, wird das Verteidigungsministerium dafür sorgen, dass die härtesten Strafen verhängt werden gegen die Verantwortlichen für das, was ein inakzeptabler Verstoß gegen die Werte des Soldaten wären", hieß es.

Das französische Verteidigungsministerium wurde laut eigenen Angaben im Juli 2014 vom Hohen Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte über Vergewaltigungsvorwürfe zentralafrikanischer Kinder gegen französische Soldaten informiert. Die Zeugenaussagen wurden von einem Mitarbeiter der UN gesammelt. Rund zehn Kinder sollen zwischen Dezember 2013 und Juni 2014 Opfer sexueller Gewalt am Flughafen der zentralafrikanischen Hauptstadt Bangui geworden sein, der von französischen Soldaten gesichert wurde.

Frankreich hatte Ende 2013 mit Zustimmung des UN-Sicherheitsrats Truppen nach Zentralafrika geschickt, um die tödliche Gewalt zwischen christlichen und muslimischen Milizen zu beenden und die Zivilbevölkerung zu schützen. Im April 2014 wurde eine UN-Blauhelmmission für das Land beschlossen, die im September desselben Jahres begann. Das Land war im März 2013 ins Chaos gerutscht, nachdem muslimische Séléka-Rebellen die Macht an sich gerissen hatten. Seitdem kommt es immer wieder zu religiös motivierter Gewalt.

Informant bestraft

Das Verteidigungsministerin im Paris sprach in einer Erklärung von "ausführlichen" Zeugenaussagen der Kinder und verwies auf "die extreme Schwere" der Vorwürfe. Es seien umgehend nach Bekanntwerden der Vorwürfe "alle notwendigen Maßnahmen unternommen worden, damit die Vorgänge und mögliche strafrechtliche und disziplinarische Verantwortlichkeiten so schnell wie möglich festgestellt werden können". Das Ministerium habe noch am Tag, an dem es den UN-Bericht mit den Vorwürfen erhielt, die Pariser Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Die britische Tageszeitung "The Guardian" hatte als Erstes über die Missbrauchsvorwürfe berichtet. Demnach wurde ein schwedischer UN-Mitarbeiter suspendiert, weil er den fraglichen Bericht an die französischen Behörden weiterleitete, nachdem die UN nichts unternommen habe, um den Kindesmissbrauch zu stoppen.

Ein UN-Sprecher in New York bestätigte am Mittwoch, dass ein UN-Verantwortlicher wegen der regelwidrigen Weitergabe der Ermittlungsergebnisse der UN suspendiert wurde. Demnach hatte die UN die Vorwürfe im Frühjahr 2014 untersucht.

stu/wl (afp, dpa)