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Politik

Kindersterblichkeit im Fokus des Weltgesundheitstages

Mütter- und Kindersterblichkeit ist das zentrale Thema beim diesjährigen Internationalen Weltgesundheitstag. In vielen Entwicklungsländern ist Schwangerschaft und Geburt noch immer Gesundheitsrisiko Nummer eins.

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Elf Millionen Kinder unter fünf Jahren sterben jährlich

"Make every mother and child count", lautet das englisch-sprachige Motto des Weltgesundheitstages 2005, "Jede Mutter und jedes Kind zählt". Während in der reichen Welt allgemein von einem "freudigen Ereignis" die Rede ist, wenn eine Frau ein Kind bekommt, sind Schwangerschaften und Geburten in Entwicklungsländern mit hohem Risiko behaftet.

Gute Überlebenschancen in reichen Ländern

In den Ländern, in denen die Gesundheitssysteme gut ausgebaut sind, in denen also Ärzte, Kliniken und Hebammen für alle erreichbar sind, überleben dagegen die meisten Kinder. Und zwar nicht nur die kritischen ersten 28 Tage, sondern sie erreichen auch das fünfte Lebensjahr, das in der Statistik über Kindersterblichkeit als Maß zählt. Doch für viele Frauen sind Schwangerschaft und Geburt lebensgefährlich: Jährlich sterben mehr als eine halbe Million Frauen an den Folgen von Schwangerschaft und Entbindung. Auch Millionen von Kindern sterben, bevor sie ins schulpflichtige Alter kommen.

"Nicht akzeptabel"

"Es ist nicht hinnehmbar, dass wir jede Minute eine Frau oder ein junges Mädchen verlieren, weil sie schwanger ist", betonte Joy Phumaphi, stellvertretende Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation für Familie und Gesundheit. "Genau so inakzeptabel ist es, dass jedes Jahr vier Millionen Babys an vermeidbaren Krankheiten sterben, bevor sie 28 Tage alt werden. Wir leben mit einer Epidemie, in der jedes Jahr elf Millionen Kinder sterben, bevor sie das fünfte Lebensjahr erreicht haben."

Sterblichkeitsrate kann deutlich gesenkt werden

Am 7. April veröffentlicht die Weltgesundheitsorganisation die neuesten Zahlen. Doch schon vor der Veröffentlichung ist klar, dass es einen deutlichen Zusammenhang zwischen Armut und Bildung sowie Mütter- und Kindersterblichkeit gibt. Diese zu reduzieren ist eins der Millenniums-Ziele, die von 150 Staats- und Regierungschefs beim Millenniumsgipfel der Vereinten Nationen im September 2000 in New York unterschrieben wurden. Dort heißt es, die Müttersterblichkeit soll bis 2015 auf ein Viertel reduziert werden und die Kindersterblichkeit soll im gleichen Zeitraum sogar um zwei Drittel gesenkt werden.

Erreichbare Ziele

Joy Phumaphi hält die Millenniums-Ziele für erreichbar: "Wir können heute alle Krankheiten behandeln, die Mütter während Schwangerschaft und Geburt und Kinder in den ersten fünf Lebensjahren das Leben kosten.“ Sogar wenn die werdenden Mütter Aids hätten, könne verhindert werden, dass die Infektion auf das Kind übertragen werde. Weiterhin könne sichergestellt werden, dass ein Kind nicht nur in die Schule komme, sondern auch durch Impfungen gegen viele Krankheiten geschützt sei und dass es Zugang zu ärztlicher Behandlung habe, wenn es krank sei. „Wir können eigentlich sicherstellen, dass jedes Kind lernen kann und nicht leiden muss", sagt Phumaphi.

Mit einfachen Maßnahmen ist viel zu erreichen

Irakische Mutter mit Kind und frischem Trinkwasser, Nähe Basra

Zugang zu sauberem Trinkwasser muss überall gewährleistet werden

Doch die Ressourcen müssen zur Verfügung gestellt werden. Schließlich ist Armut wie bei den meisten Krankheiten und Todesursachen ein Hauptfaktor. Die WHO will mit ihrem Aktionstag 2005 darauf aufmerksam machen, dass man jedoch auch mit einfachen Mitteln weltweit viel bewirken kann. Mütter sollten beispielsweise stillen, anstatt Muttermilch-Ersatz zu verwenden. Außerdem müsste eine gesundheitliche Grundversorgung auch auf dem Lande sowie der Zugang zu sauberem Wasser und hygienischen Sanitäranlagen gewährleistet sein. Doch dazu, so Joy Phumaphi, sind alle gefordert: "Der Aufruf des Weltgesundheitstages 2005 geht an die globale Gemeinschaft. Alle Staaten, alle Regierungen, ob in Entwicklungsländern oder in den reichen Ländern, müssen diesem Ruf nach Handeln nachkommen."

Helfen aus egoistischen Gründen

Nicht aus Mitleid oder humanitären Gründen, sondern auch aus rein egoistischen Gründen müssten die reichen Länder dazu beitragen, die Mütter- und Kindersterblichkeitsrate zu senken, fordert Phumaphi. Schließlich seien die Kinder von heute nicht nur die Arbeitskräfte, sondern auch die Verbraucher von morgen. Darüber hinaus seien sie eine unverzichtbare Ressource: "Ein gesundes Kind ist die Zukunft der Menschheit. Es entwickelt sich besser, ist lernfähiger in der Schule und kann sich zu einem produktiven Mitglied unserer Gesellschaft entwickeln. Ein gesundes Kind von heute ist morgen vielleicht Minister, Arzt, Ingenieur oder Menschenrechtler, der sich für eine sichere Zukunft einsetzt. Wenn wir heute Müttern und Kindern das Leben retten, so sichern wir damit auch unsere eigene Zukunft."

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