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Top-Thema – Podcast

Kindersoldaten im Kongo: Wer flieht, lebt gefährlich

Der Krieg im Kongo ist vorbei, doch nach wie vor hat das Land mit zahlreichen Problemen zu kämpfen: mit hunderttausenden Flüchtlingen, Soldaten der Rebellenarmeen - und vielen Kindersoldaten.

Kindersoldaten der Rebellentruppe

Kämpfende Kinder

In den Armeen der Rebellen wurden und werden Kinder als Soldaten, Träger, Diener oder Sexualobjekte ausgebeutet. Amnesty International zufolge gehören mindestens 11.000 Kindersoldaten den bewaffneten Gruppen im Kongo an. Viele von ihnen sind Mädchen, die von Soldaten vergewaltigt und anschließend als Sex-Sklavinnen gehalten werden.

Nur unter Todesgefahr ist es möglich, diesen bewaffneten Gruppen zu entkommen. Und selbst dann sind die Kinder immer noch nicht sicher. So hat zum Beispiel der 13-jährige Rafiki nach seiner Flucht aus einer Rebellengruppe in einem Übergangslager für Kinder um Asyl gebeten. Aber er fand heraus, dass seine ehemaligen Mitkämpfer dort Spione hatten. Zu seiner Familie zurückkehren konnte der Junge nicht, weil in seinem Heimatort die Rebellengruppe noch aktiv war. Da der Name der Gruppe auf seinen Arm eintätowiert war, hätte man ihn erkannt und Rafiki als Verräter geköpft - so gehen Rebellengruppen mit entflohenen Kindersoldaten um. Er wurde dann per Flugzeug an einen weit entfernten Ort geflogen, kam übergangsweise in eine Gastfamilie, hat mit anderen Kindern aus dem Dorf eine Mechanikerlehre gemacht und sich drei Operationen unterzogen, um das Tattoo zu entfernen. Seit drei Monaten lebt er nun wieder bei seiner Familie.

Während die Regierung versucht, die erwachsenen Rebellen in die reguläre Armee einzugliedern und dafür auch finanzielle Anreize bietet, bleibt das Problem der Kindersoldaten und ihrer Wiedereingliederung in Familie und Schule jedoch weitgehend unbeachtet.

Cécile Marchand, die in der ostkongolesischen Stadt Goma die Kinderhilfsorganisation “Save the Children” leitet, versucht diesen Kindern eine neue Perspektive zu geben. Doch das ist schwierig, weil das Anwerben von Kindersoldaten nicht konsequent geahndet wird und die verbliebenen Rebellen immer wieder versuchen, diese Kinder in ihre Fänge zu bekommen.

GLOSSAR

Flüchtling, der - eine Person, die durch politische Zwangsmaßnahmen, Kriege oder Notlagen veranlasst wurde, ihre Heimat zu verlassen.

Rebell, der - der Widerstandskämpfer

bewaffnet sein - wenn jemand mit Waffen ausgerüstet ist

jemandem entkommen - vor jemandem fliehen

sicher sein - hier: vor Gefahren geschützt sein

Flucht, die - das Entkommen

Asyl, das - die Unterkunft, das Obdach

Spion, der - jemand, der versucht geheime Informationen herauszufinden

jemanden köpfen - jemandem den Kopf abschlagen

sich etwas unterziehen - etwas auf sich nehmen; etwas tun, das unangenehm ist

regulär - normal; gängig

Anreiz, der - etwas Interessantes, etwas Attraktives

Wiedereingliederung, die - die Reintegration

unbeachtet - ignoriert

Anwerben, das - das Einstellen, das Rekrutieren

konsequent - unbeirrt; so, dass man sich von etwas nicht abbringen lässt

ahnden - verfolgen

jemanden in die Fänge bekommen - jemandem die Freiheit nehmen


Fragen zum Text

Wie viele Kindersoldaten gehören den bewaffneten Gruppen im Kongo an?

  1. mindestens 11.000
  2. über 20.000
  3. weniger als 5000

    Wo hat der 13-jährige Rafiki nach seiner Flucht aus einer Rebellengruppe um Asyl gebeten?

    1. in Deutschland
    2. in einem Übergangslager für Kinder
    3. in einem Kinderheim

      Warum ist es schwierig Kindersoldaten eine neue Perspektive zu geben?

      1. weil das Anwerben von Kindersoldaten nicht konsequent geahndet wird
      2. weil die Regierung Wiedereingliederungsmaßnahmen nicht unterstützt
      3. weil sich Rebellengruppen zu gut versteckt halten

        Arbeitsauftrag

        Versetzen Sie sich in die Rolle von Rafiki. Wie war sein Leben als Kindersoldat? Wie hat er sich gefühlt, als er von den Rebellentruppen floh? Welche Gedanken hatte er, als er per Flugzeug an einen weit entfernten Ort geflogen wurde, um den Rebellen zu entkommen? Was für ein Gefühl war es nach Hause zurückzukehren? Schreiben Sie seine Geschichte in der Ich-Perspektive auf.



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  • Datum 10.11.2006
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