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Nahost

Kinder von Autobomben getötet

Bei einer Serie von blutigen Anschlägen im Irak sind in Bagdad zahlreiche Menschen getötet worden, darunter allein 35 Kinder. Zehn weitere Menschen wurden von der "Islamischen Armee im Irak" entführt.

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Mindestens 46 Menschen wurden Opfer der jüngsten Anschläge

Mit einer Serie von Bombenanschlägen haben irakische Rebellen am Donnerstag (30.9.2004) in Bagdad ein Blutbad angerichtet. Mindestens 46 Menschen kamen ums Leben, darunter allein 35 Kinder - so viele wie nie zuvor seit Beginn des irakischen Aufstands vor 17 Monaten. Mehr als 200 Verletzte wurden in Krankenhäuser gebracht.

Die meisten Todesopfer gab es bei der Einweihung eines neuen Abwasserkanalsystems im Westen Bagdads. Während ein amerikanischer Militärkonvoi vorbeifuhr, explodierten nach Angaben der US-Streitkräfte drei Autobomben. 141 Menschen wurden verletzt, darunter auch zehn US-Soldaten.

Raketenangriff

Bei einem weiteren Autobombenanschlag westlich von Bagdad wurden nach Angaben der Streitkräfte ein US-Soldat und zwei irakische Polizisten getötet. Mehr als 60 Menschen wurden verletzt. Der Anschlag richtete sich gegen einen Gebäudekomplex unweit des Gefängnisses Abu Ghraib. In dem Gebäude sind eine Polizeiwache und das Büro des örtlichen Bürgermeisters untergebracht.

Bei einem Raketenangriff auf Koalitionstruppen nahe Bagdad wurde ebenfalls ein US-Soldat getötet. Zuvor waren bei einem Luftangriff der amerikanischen Streitkräfte in Falludscha mindestens vier Iraker ums Leben gekommen, wie das örtliche Krankenhaus berichtete. Die US-Streitkräfte teilten mit, der Angriff habe einem Haus gegolten, in dem laut Geheimdienstberichten die Gruppe von Abu Mussab al Sarkawi Anschläge geplant haben soll. Nach dem Einschlag der US-Geschosse habe es weitere Explosionen gegeben. Dies lasse auf ein illegales Munitionsdepot schließen. Ein Klinikarzt in Falludscha sagte, unter den Getöteten seien zwei Frauen und ein Kind; acht Personen seien verletzt worden.

In der nordirakischen Stadt Mossul eröffneten Bewaffnete das Feuer auf ein Polizeiauto und töteten einen Offizier. Bei einem Bombenanschlag auf den Polizeichef der nordirakischen Stadt Talafar kamen mindestens vier Menschen ums Leben.

Rückendeckung für Blair

Unterdessen schloss der britische Premierminister Tony Blair trotz einer neuerlichen verzweifelten Videobotschaft der britischen Geisel Ken Bigley Verhandlungen mit den Entführern erneut aus. Blair erhielt zudem vom Labour-Parteitag Rückendeckung für seine Irak-Politik. Ein Antrag auf einen frühen Abzug der britischen Truppen aus dem Irak wurde von den Delegierten in Brighton mit großer Mehrheit abgelehnt. In der vorhergehenden Debatte zum Abschluss des Parteitages wurde Blairs Irak-Politik allerdings teilweise scharf kritisiert.

Weitere Entführungen

Der Fernsehsender El Dschasira berichtete unterdessen, im Irak seien zehn weitere Menschen entführt worden. Der Sender zeigte ein Video mit sechs Irakern, zwei Libanesen und zwei Indonesierinnen, die von maskierten Männern mit Waffen bedroht wurden. Ein Diplomat in Beirut bestätigte die Entführung der beiden Libanesen. Laut El Dschasira arbeiteten die Geiseln für einen Stromkonzern. Die Entführer gaben sich als Mitglieder der Gruppe Islamische Armee im Irak aus, die sich bereits zur Geiselnahme von zwei französischen Journalisten bekannt hat. (mas)

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