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Kultur

Kinder der Schande - Norwegens dunkle Geschichte

Sie heißen "Kinder der Schande" - Söhne und Töchter norwegischer Frauen und deutscher Soldaten. In Oslo endete jetzt ein vielbeachteter Prozess. Einige "Kinder der Schande" hatten gegen den norwegischen Staat geklagt.

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SS-Männer und norwegische Frauen sollten Kinder für den Führer zeugen (Filmszene aus "Spring of Life")

Anni-Frid Synni Lyngstad ist das wohl bekannteste Lebensborn-Kind. Als Sängerin der Kult-Popgruppe ABBA ist sie die einzige Prominente unter den "Kinder der Schande". Anni-Frid wurde kurz nach Ende des Krieges geboren, ihre minderjährige Mutter hatte eine Beziehung zu einem deutschen Soldaten. Als uneheliches Kind wuchs die Sängerin bei ihrer Großmutter in Schweden auf, auch um den Anfeindungen im eigenen Land zu entgehen. Andere konnten das nicht - Kinder deutscher Soldaten in Norwegen wurden weggegeben und oft in Heimen erzogen - aus Schande, denn sie galten nun als Produkt der deutschen Nationalsozialisten und Besatzer. Erst nach Jahrzehnten machen sie heute durch einen Gerichtsprozess auf ihre damalige Situation aufmerksam.

"Kinder für den Führer" - Das Lebensborn-Programm

Ausflug im Lebensborn-Heim

Erster Ausflug eines norwegischen Lebensborn-Heimes: Norwegische Kinderpflegerinnen auf einem Waldspaziergang zusammen mit Kindern deutscher Wehrmachtssoldaten (SS-Angehörige) und norwegischen Frauen im April 1943. Ca. 10 bis 12.000 Kinder stammen aus diesen Beziehungen, 5 bis 6.000 davon in Lebensborn-Heimen, dort wurden die Kinner im Sinne des Deutschen Reichs erzogen. Sie erhielten eine ausgewogene Ernährung, auf die Heinrich Himmler besonderen Wert legte. Der Chef der SS liess neun Lebensborn-Heime im besetzten Norwegen errichten.

1935 gründete Heinrich Himmler, Chef der SS, ein Programm namens "Lebensborn“. Eine eigens gegründete Abteilung im Rasse- und Siedlungsamt beschäftigte sich fortan mit Himmlers Lieblingsprojekt: der Sicherung der "arischen Rasse". Der Kinderreichtum der SS sollte unterstützt werden und "jede Mutter guten Blutes geschützt", so Himmler in seinen Reden an die SS und deutschen Frauen. Jede schwangere Frau, die einen arischen Abstammungsnachweis vorzeigen konnte, war unterstützungsberechtigt. Sie bekam Lebensmittelmarken, Geld oder eine bevorzugte Behandlung für die Entbindung. In eigenen Entbindungsheimen, sogenannte Lebensborn-Heime, wurden die Geburten betreut und die Kinder erzogen.

Nicht nur deutsche Frauen konnten dies in Anspruch nehmen, sondern auch Frauen in besetzten Ländern. Insgesamt gab es mehr als 20 Heime, in Deutschland, Belgien, Luxemburg und Frankreich.

Die norwegischen "Kinder der Schande"

In Norwegen gab es sogar neun Lebensborn-Heime. Himmler befand die norwegische Rasse als besonders arisch und wertvoll: stark, blond und blauäugig, so sollte der Nachwuchs sein.

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